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Theater, Theater

 

Ich war zusammen mit Quin auf der Premiere von Stathmans Theaterstück Romeo und Julia. Ich muss zugeben, obwohl meine Abneigung ihr gegenüber nach wie vor vorhanden ist: sie hat eine gute Show abgeliefert. Nicht perfekt, nicht umwerfend aber gut. Und das soll in meinen Augen was heißen. Nun, des Weiteren bin ich auf Jeremy getroffen. Seine Frau, Julia hat mich eingeladen. Vielleicht sollte ich annehmen, vielleicht nicht. Ich weiß es nicht, denn Jeremy hat so viel zerstört, auch wenn er nur mein Bestes wollte.

Nun, der Abend war recht amüsant. Ich genieße die Zeit mit Quin. Ich weiß nicht, wie wir zueinander stehen aber eines ist er mindestens: ein guter Freund, wenn nicht sogar mein bester. Er bringt mich zum lachen, selbst wenn ich eigentlich Heulen möchte. Ich bin ihm verdammt dankbar.

Das wars…oder nein, noch nicht ganz: ich hab die Sache mit Stathman aufgegeben. Mit Fiona geredet…sie ist gleicher Meinung wie ich: nicht jetzt. Irgendwann vielleicht? Keine Ahnung.

So, nun wird ich schlafen gehen…mit meinem neuen Mitbewohner…Slevin, einem Kai-Welpen. Tja, wenn ich schon allein bin, dann aber doch nicht einsam, hm?

2.8.08 20:37


[Wo das Tagebuch sonst mit fast akribischer Sorgfalt geführt worden war fehlen scheinbar mehrere Monate.[5 um genau zu sein]. Die Schrift ist unabstreitbar die von Josy, doch sie scheint verändert wie auch die ganze Person an sich.]

Ein Neuanfang

Es ist so viel passiert. Zu viel, als dass ich es noch in Worte fassen könnte. Zu viel, das ich gerne vergessen würde. Ich glaube, ich habe diese Auszeit gebraucht. Die Auszeit vom gewöhnlichen Trott. Vielleicht ist das der Grund, dass die letzten Monate hier nicht festgehalten wurden. Vielleicht- ich gebe es zu- fehlten mir auch einfach Lust und Zeit.

Was alles passiert ist? Wie ich sagte. So viel.

Vieles davon hat mich geprägt. Ich glaube sogar alles. Jede Aktion auf ihre Art.

Ich würde gern vergessen, doch dann müsste ich mich selbst vergessen. Jedenfalls werde ich nicht im Detail auf jedes Erlebnis eingehen. Denn dann müsste ich mich im Hier und Jetzt in völligerer Klarheit an jedes Gefühl von damals erinnern.

Was also ist geschehen? Nun…Jeremy lebt. Ja, ich glaube es ist unter anderem das, was mich am meisten geschockt und doch am wenigsten verändert hat.

Er lebt…wieso? Warum? Das ist egal. Zumindest ist es nicht all zu relevant für diesen Eintrag.

Was passierte noch? Nun, das mit Juri und mir ist vorbei. Irgendwie seltsam, das erst jetzt, nach so langer Zeit so klar und deutlich zu schreiben, wo ich doch sonst fast täglich mein Seelen- und Gefühlsleben in dieses Buch hier schrieb.

Was solls…vorbei. Vergangenheit und abgeschlossen…aber wann ist schon etwas wirklich abgeschlossen?

Quin ist wieder aufgetaucht. Ich dachte er hasst mich. Ich hab es irgendwie gehofft, denn dann wär das alles…einfacher. Aber er tut mir den Gefallen nicht. Im Gegenteil…

Damals sah ich den Kuss als Ausrutscher. Ich konnte ihn mir nicht erklären. Und heute? Ja, wir haben uns wieder verabredet. Herumgealbert. Uns geküsst…

Ich hab Angst vor der Zukunft. Aber das ist ja mittlerweile bekannt. Wer hat das nicht? Tief im Innern… doch allein diese Sache hat mir wieder mal gezeigt, dass wohl alles vorbestimmt ist. Und wir können nichts dagegen tun…

Aber halten wir uns nicht mit Dingen auf, die ohnehin nur wie Träume scheinen und die so durchsichtig wie dünnes Eis und eben so zerbrechlich sind.

Ich habe die Schule abgebrochen. Und DAS ist nicht durchsichtig. Es ist eine felsenfeste Entscheidung…es war eine. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich wollte weg. Wollte einmal tun, was mir nicht vorbestimmt und von mir verlangt war. Außerdem war meine Ambition für die Schule im Keller. Ein Mitgrund? Sicherlich.

Wie auch immer: ich habe einen Job und mehr als genug Geld auf dem Konto, bin eigenständig und meine Wohnung ist…untertrieben gesagt groß. Zu groß für mich. Ich überlege mir nicht eine Mitbewohnerin oder einen Mitbewohner zu suchen. Ana wollte eigentlich einziehen aber jetzt ist sie weg…

Ebenso wie fast alle anderen. Ach ja, ich bin Patentante. Gleich von zweien. Aber Lavinya und Sebastian sind mit den Kleinen weggezogen. Wohl besser so, nach all den Morden, die in letzter Zeit hier passieren.

Nun…und was bestimmt mein Leben momentan so? Das ist der Grund, aus dem ich wieder begonnen hab in dieses Buch zu schreiben. Ich habe so viele Gedanken, so viele Ängste und Hoffnungen. Ich bin unentschlossener denn je aber das kann ich keinem sagen. Zeig ihnen, dass du schwach bist und du bist leichte Beute. Sie fallen über dich her. So ist es wohl…

Ich habe Fiona getroffen. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr genau wie wir darauf kamen aber wir entdeckten unseren…nun ja…gemeinsamen Hass auf Stathman. Ja genau. Die, mit der Juri mich betrogen hat. Woher ich das weiß…tja…auch ich hab Quellen. Sie sind schattig, aber existent.

Jedenfalls kamen wir zu dem Schluss, dass wir beide dasselbe wollen und uns dabei behilflich sein könnten: Wir wollen Stathman am Boden sehen. Sie soll leiden! Denn genau das und nichts anderes hat sie verdient.

Juri trägt sicherlich Mitschuld, doch er ist eben mein Bruder und…so sehr ich es wünschte, ich kann ihn nicht hassen. Es geht nicht. Aber sie, sie kann ich sehr wohl verabscheuen!

Wir wollten Informationen sammeln und sie so in die Knie sammeln. ‚Die Wahrheit über Nicole Stathman’ sollte in der Zeitung stehen. Aber jetzt bin ich mir mit der Sache nicht mehr so sicher…

Ich wollte mit Juri sprechen. Seit dieser Sache haben wir kaum noch Kontakt aber ich hab mir Informationen erhofft. Stattdessen endete das alles damit, dass er sich weigerte mir irgendwas zu sagen weil er sich Sorgen um mich machte.

Oh hab ich schon mal erwähnt wie sehr es mich nervt? Diese ständigen Beschützereien von einfach…jedem? Ich dachte, mit den Jahren gewöhn ich mich dran aber irgendwie…nein.

Ich meine…er hat Recht. Ich sag das wirklich ungern und ich würde es natürlich nicht zugeben aber…ich tu wirklich Dinge, von denen ich keine Ahnung hab…aber…

Ich habe diese Frau gehasst, seit ich es erfuhr. Sie betrügt ihren Freund mit dessen bestem Freund, Juri. Dieser geht mir mit ihr fremd. Sie taucht fast ein Jahr unter und die Welt darf schaun, wie sie das Chaos, das sie angerichtet hat wieder glättet.

Wieso ich sie wirklich gehasst hab war aber der Grund, dass ich dachte ihretwegen sei die Beziehung zerbrochen.

Dem war anscheinend nicht so, denn wie ich mal ganz am Rande erfuhr hat Jeremy das alles in die Wege geleitet.

Aber auch er genießt das Privileg, mein Bruder zu sein...verdammte Familie, nicht mal hassen darf man sie…kann ich sie…

Ich spiele mit dem Gedanken die Sache sausen zu lassen. Fiona zu sagen, dass ich eigentlich keinen stichhaltigen Grund mehr habe Nicole zu hassen. Auch wenn ich es immer noch tue…na ja aber das hat dann wohl andere Gründe.

Hm…nun dachte ich wirklich, mein Leben sei mal…einfach und unproblematisch. Ist es. Doch nun fangen die Probleme bei Juri an. Ich könnte ihn einfach ignorieren…aber auch dazu bin ich nicht fähig, er ist, wie ich schon sagte eben ein Teil meines Lebens.

Gregory hat ihm einen Heiratsantrag gemacht. Einen wirklichen, nicht wie der letzte. Dass ihn das verwirrt ist…verständlich.

Letztendlich ist es seine Sache und er allein muss da durch…aber ich hab Gregory dennoch einen Denkanstoß gegeben. Bleibt zu hoffen, dass ich ihn nicht bald als meinen Schwager betiteln darf…

Das wars im Prinzip eigentlich schon. Ich schätze, die nächsten Tage und Wochen werde ich wieder mehr zu schrieben haben…

17.7.08 15:48


Tagebuch

Paris, Paris!

Der erste Tag an meiner neuen Schule in Paris. Ich weiß nicht wieso aber irgendwie finde ich es hier unheimlich: das große Gebäude, so mächtig und einschüchternd. Jedoch hab ich bereits eine Freundin gefunden: Christina. Sie ist total nett und hilfsbereit, hat mir alles gezeigt und so. Ich glaub, wir könnten Freundinnen werden.

Neue Freunde

Christina und ich sind zusammengezogen und mittlerweile echt gute Freundinnen! Neben ihr hab ich auch noch ein paar andere vom Internat kennen gelernt….Susanne, Shalott, Kyra und Laura zum Beispiel.

Heute waren wir in der Stadt, wo Kyra uns ihren Cousin Andrew vorgestellt hat. Ich muss sagen, er gefällt mir.

Am Wochenende wollen wir uns wieder treffen…langsam gefällt es mir hier in Paris…der Stadt der Liebe.

Die liebe Liebe

Andrew hat mich geküsst! Oh Gott wie konnte das passieren? Wir haben uns ein paar man getroffen, waren aus…und dann, als er mich zurück zum Internat bringen wollte hat er mich geküsst. Er ist so wundervoll! Sanft, liebevoll…hach ich glaub, er ist so was wie mein Traummann.

Von Tag zu Tag fang ich an ihn mehr zu schätzen…oder gar zu lieben.

Zerbrochenes Herz, zerbrochene Freundschaft, zerbrochenes Glas

Mistkerl! Arschloch! Penner! Verräter! Betrüger! Lügner…Flittchen! Miststück! Bitch! Schlange! Zwei Monate war ich glücklich…hier meine Freunde…meine beste Freundin, der ich alles anvertraute…die ich wie eine Schwester liebte…Christina. Dort mein Freund, Andrew, den ich wirklich liebte, dem ich vertraute, mich ihm vollends hingeben wollte. Und dann? Scherbenmeer der Gefühle, mein Herz zerbrochen…so fühlt es sich also an, wenn man betrogen wird. So fühlt es sich an wenn man die beiden Personen, die man nebst Familie am meisten liebt zusammen im Bett findet…ich hasse sie! Sie sollen verrecken! Einfach verrecken!

Rauswurf

Ich habe überreagiert, so die These der Direktorin. Sie meinte ich habe mir mit meinem Angriff auf Christina meinen Rauswurf selbst zuzuschreiben (Ich habe sie doch nur gegen den Spiegel geschubst… dass ihr Gesicht nun aussieht wie von einer tollwütigen Katze zerfetzt ist nicht meine Schuld!). Nun muss ich also meine Koffer packen, doch was soll’s. Ich weine diesem Gebäude der dunklen Stunden keine Träne nach, meine Freunde haben sich eh von mir abgewandt. All meine Ämter, Klassensprecherin, Redakteurin, Vertrauensschülerin…alles muss ich aufgeben. Ja und? Es war mir eh zu stressig. Ich freue mich all das hinter mir zu lassen…zu vergessen…zu…verdrängen?

Home, sweet home

Zu Hause. Nach fast einem Jahr bin ich endlich wieder in den eigenen vier Wänden. Einen unterschied macht es aber nicht: meine Brüder sind auf diesem Internat in London und Vater kaum zu Hause. Ich langweile mich den ganzen Tag, der Privatunterricht ist für die Katz. Aber was tun? Ich bin schon froh, dass Vater es mir nicht verübelt hat…das mit dem Krankenhausaufenthalt. Übrigens ist Andrew wieder aus dem Krankenhaus…leider. Er lag ja –zufällig- auf der Intensiv. Vergiftung…Rattengift wies scheint. Wer das wohl war…?

Neue Schule, neues Glück?

Ich konnte Daddy überreden! Ich darf zu Jeremy und Juri auf das Newcastle Elite Internat St. Charlston. Heute war mein erster Tag…das Zimmer ist toll! Nicht so groß wie meins aber dennoch geräumig und gemütlich. Jeremy hab ich bereits getroffen nur Juri hält sich irgendwie im Schatten. Ob es was mit dem Mord hier zu tun hat? Ja, furchtbar oder? Hier wurde bereits der zweite Schüler innerhalb eines Jahres tot gefunden: erst Gregory Spence und dann…also jetzt Ryan Greve. Man munkelt die beiden hatten was miteinander…Ich weiß es nicht, kenne sie ja nicht. Jedenfalls wurden Bilder gezeigt…scheint kein schöner Anblick gewesen zu sein, doch er wurde mir ja zum Glück erspart.

Nun, jetzt hoff ich mal hier gut zu starten…

Erste Bekanntschaften(Zusammenfassung)

Oh je, ist das ein Stress hier! Also eine kurze Zusammenfassung: ich hab in den letzten Wochen schon einige Leute kennen gelernt aber wirkliche Freunde…nun ich denke ich bin noch etwas arg misstrauisch wegen…ja ich bin misstrauisch und vorsichtig. Jedenfalls ist es stressig und es bleibt kaum Zeit für sonderlich viel Bekanntschaften oder jene zu pflegen. Mal sehen, was noch alles passiert.

Newcastle in Flammen

Juri ist doch bekloppt!...Aber genial! Erst hat er mir zwei Taranteln geschenkt (ich hasse diese Viecher!!! Und das weiß er!), die er Mary und Pete nannte. Tze…Nun aber das war nicht alles. Er hat mich erstmal mit in die Stadt genommen (wehe ich bekomm nicht auch so einen geilen Schlitten!) und wir waren Eis essen. (Er hat wegen meiner Eiswahl wirklich geglaubt ich wär schwanger!). Jedenfalls war er schon die ganze Zeit seltsam aber dann im Internat…Alles wurde dunkel, der Strom fiel aus und plötzlich dieses herrliche Feuerwerk! Danach dann Pferde mit…nun…gewöhnungsbedürftigen Schriftzügen und letztlich dann in Lettern am Himmel „(c)Juri Thompson“. Der Übergeschäumte Brunnen wurde gleich als Badewanne genutzt…es war fantastisch! Als dann alle in die warmen Zimmer wollten der Schock: die Sprinkler waren angegangen und alle Räumlichkeiten standen unter Wasser. Ich hatte Glück im Unglück und bin mal rasch eine Weile zu Juri gezogen (Wieso haben die Aus der Abschlussklasse so tolle, große Zimmer?!). Nun, in der zeit dort hab ich einige kennen gelernt, die ich nun nicht alle aufzähle. Außer eine: Anastacia. Sie ist mittlerweile eine gute Freundin. Alles in allem hasst nun die Hälfte der Schule meinen lieben Bruder und der Rest…der trauert den Sachen im Zimmer nach. Aber hey, Leute: Zwei Wochen Schulfrei und ein tolles Feuerwerk. Gegenstände sind ersetzbar…

Tote Exfreunde und schuldige Familienangehoerige

Soll ich ihn hassen oder ihm auf ewig dankbar sein? Ich glaube letzteres. Juri hat mir einen Zeitungsartigel mitgebracht ‚junger Mann und Freundin sterben auf Highway, weil Bremsen versagen’. Wer da seine Finger im Spiel hat ist klar, oder? Immerhin hat er mich mal gefragt, ob er ihn killen soll. Ich hielt es für einen Witz aber jetzt…

Wie auch immer, ich bin ihm dankbar…sehr sogar. Sollte ich mich für diesen Hass Andrew und Christine gegenüber schämen? Nicht mehr, denn jetzt ist er nicht mehr nötig. Sie haben, was sie verdienen.

Kisses in the Night

Wenn Spieler verlieren...Es war eigentlich ein normaler Abend, etwas kalt wegen des herannahenden Herbstes aber normal. Da mir das ständige Aufeinanderhocken in Juris Zimmer zu nervig war hab ich mich entschlossen noch etwas draußen zu bleiben. Nach einer Weile ist er dann gekommen...Mathias. Wow, er sieht verdammt gut aus...total mein Typ. Einziger Fehler: ich glaube seine Gefühlswelt ist eingefroren. Nun wie auch immer...wir unterhielten uns und irgendwann hat er mich geküsst...

Verdammt, ich bin ihm fast in die Falle getappt! Seine Worte, seine Berührungen und doch wusste ich, dass er nur darauf aus war mich ins Bett zu kriegen. Pech gehabt, mein Lieber!

Ana ist dazwischengeplatzt...Welch Glück sonst wäre wohl alles anders verlaufen. Sie war total fertig wegen ihren Cousinen aber wie auch immer, sie, Math und ich landeten in Maths Auto und fuhren zu dessen Hotel. Ich weiß nicht, was mich geritten hat aber ich war zu allem bereit! Vielleicht, weil ich mich einfach nach Zuneigung gesehnt hab auch wenn sie nur gelogen war.

Ana ist nach einer Weile wieder zurückgefahren, hatte sich zum Glück beruhigt. Nun waren also noch Math und ich da...allein wie vorher. Was genau im Auto passiert ist, ist an dieser Stelle unwichtig. Jedenfalls scheint es, als habe ich es geschafft Gefühle und sei es nur Angst aus seiner Seele zu graben. Vielleicht lag es daran, dass in meinem Blick so was wie Zuneigung lag und nicht nur wegen seinen Lügen sondern wegen ihm an sich...jedenfalls hat er mich abgewiesen, wollte, dass ich gehe. Ich habe keine Ahnung ob ich mich irre oder ob ich wirklich Furcht vor mir in seinen Augen sah. Eins ist klar: wir wissen beide, dass ich dieses Spiel gewonnen hab.

Big, big Family

Und ich dachte wir drei würden genug Chaos stiften aber nein, ich hab noch eine Schwester! Juliet heißt sie und –es ist wirklich ein Wunder!- sie ist bis auf einige Stunden genau so alt wie ich! Eigentlich sind wir nur Halbgeschwister…aber für mich ist sie jetzt schon mehr. Eine Freundin, eine richtige Schwester. So wie bei Juri, der ist ja auch mein Bruder und nicht weniger.

Jedenfalls mag ich sie total und wir haben denselben Geschmack was so einiges angeht. Allerdings ist es jetzt amtlich, dass Dad einen „J“- Knacks hat.

Forbidden Kiss

Scheiße, Scheiße, Scheiße! Das darf nicht wahr sein…wieso? Warum?! Gut von Anfang an: Ich wollte eine Woche nach Spanien fliegen und wartete auf den Flug, als eine Durchsage kam ich solle mich in der Lobby melden. Naja, dort wartete jedenfalls Juri und lud mich noch auf einen Drink ein. Eigentlich war alles ganz normal aber dann meinte er wir müssten reden und dann…wie koennen die Worte ‚Ich liebe dich’ alles so verändern? Aber nein, nicht genug, dass der eigene Bruder einem die Liebe gesteht…außerdem hat er mich geküsst. Oh Shit, das hätte alles nicht passieren dürfen! Nicht, dass mich interessiert was andere denken aber…doch, ich geb es zu: teilweise interessiert es mich schon.

Und nun? Was soll ich tun mit diesem Wissen? Wie ich zu der Sache stehe weiß ich…nicht aber was ich nun tun soll…

Spanish Days, Spanish Nights

Mallorca war toll! Nun, bis auf Miguel, meinen Schoßhund von Bodyguard der zufällig der Sohn eines Millionärs und Daddys Geschäftspartner ist. Wieder ein Versuch mich zu verloben, pah!

Sonst aber war es schön: der Strand, das Meer und die Sonnenuntergänge. Einfach klasse. Schade nur, dass es wieder vorbei ist.

Halloween, explosive Pläne und schmerzliche Scherze

Erstmal: Ich bin im Komitee für die Halloweenparty am 27. Man, was für ein Stress! Alles dekorieren, planen, bestellen. Nun, zumindest mein Kostüm hab ich schon: Ein Shinigami! Das ist so was wie ein japanischer Todesengel. Tragen werd ich ein schwarzes, knielanges Kleid, eine dunkle Strumpfhose und eine Kapuze nebst dunklen Schwingen und einer Sense (siehe Fotos: Mischung aus beiden Shinigami). Ich freu mich schon! Mit wem ich hingeh weiß ich noch nicht, ich hab derzeit keine Zeit darüber nachzudenken.

Zum nächsten: Juliet und ich haben beschlossen es Juri gleich zu machen und mal zu zeigen, dass wir keine Engel sind! Kurzum: wir wollen den Chemiesaal in die Luft sprengen und das nicht ohne ordentlich Feuerwerksfarben und Voodoopuppe des Lehrers. Ich hoff es klappt alles...jaja, JAT lebt! (JAT= J, Aphal, Thompson).

Und zum nächsten Thema: Juri...ich könnte ihm den Hals umdrehen! Als ich zurückkam hat er mir mit breitem Grinsen eroeffnet, dass das alles am Flughafen nur ein Scherz war. Ein Scherz! Und ich fall noch drauf rein...nein, schlimmer: ich mache mir sogar Gedanken und fälle eine Entscheidung! Welche werde ich selbst hier nicht schreiben, es ist doch egal...man, ich hätte es wissen müssen. Der und Liebe, pah! Und dann noch mich...scheiße ich war so dumm...

Das soll Liebe sein...?

Mein Leben soll auf einer Lüge beruhen, jeder Kuss, der folgt eine solche sein. Meine Kinder werde ich hassen, wie ich ihren Vater hasse und meine Familie zerbricht von Tag zu Tag mehr. Die kleine, heile Welt, die ich versuchte aufzubaun liegt nur noch in Schutt und Asche und um sie wieder aufzubauen fehlt mir die Kraft. Von meiner geliebten Familie gehört mein Vertrauen nicht länger meinem Vater, denn er hat mich all die Jahre belogen, wann immer er mir etwas von Stärke und Freiheit erzählte. Verloben soll ich mich...jemanden mit hohem Geldanteil finden. Wenn nicht wird mein Schicksal besiegelt sein, dann werde ich mit Miguel verlobt. Er hat nur darauf gewartet, bis ich alt genug bin...dieser Mistkerl! Ist das alles, was von meiner Familie übrig bleibt? Meine Geschwister und ich? Wobei ich auf Juri noch immer schlecht zu reden bin, besonders, weil ich, nachdem ich erfuhr, was Dad mit mir vor hat eine SMS von ihm bekam. Ein weiterer Scherz, der Gefühle verletzt, er will Greg heiraten. Sinnloses Gerede, vielleicht sprengt er ja das Standesamt in die Luft...aber trotzdem ist es schmerzlich so was zu lesen. Zu lesen, dass der eigene Bruder mit den Gefühlen aller spielt (zum Beispiel Gregs Freundin), mit mir spielt...zu wissen, dass man dem Vater zu Geld verhelfen soll, einen reichen Schwiegersohn in die Familie bringen soll...zu realisieren, dass das ganze Leben mit nur einem Tag sinnlos werden kann...

Lange Nächte, Schocks und Küsse

Was für eine Nacht…: ich war absolut fertig wegen Dads Ultimatum und obwohl Julie und Ana mir Hilfe zusicherten hab ich nur noch geheult. Ich saß im Dunkel auf dem Brunnen, als- wieder Mal- Math auf mich zukam. Nein, es ist nichts passiert…nichts von Belang…nun, außer, dass er mir seine Flasche Champagner schenkte, da er der Meinung war, ich koennte etwas Alkohol vertragen. Wie auch immer…damit begann das Unheil. Ich trank und trank, Math ging…das Saufgelage ging in der Mensa mit Zoe und Isabelle, zwei, die ich neu kennen lernte weiter. Irgendwann hat uns der Chef rausgeschmissen…glaub ich, ich erinnere mich nur verschleiert.

Jedenfalls gings weiter zu Isa, wo noch etwas Wein wartete. Danach hab ich nen totalen Filmriss…

Am nächsten Tag bin ich mit unerträglichem Kater und halbnackt neben der ebenfalls unangezogenen Zoe erwacht…just in dem Moment kam Mathias ins Zimmer, da ich mit ihm verabredet war. Scheiße, welch verdammtes Timing!

Naja, gesagt hat er nichts…nicht viel, außer Anspielungen, wir könnten ja ‚was zu Dritt machen’. Pah…Ich war geschockt genug aber egal, es ist ja nichts zwischen Zoe und mir passiert…denke ich…

Aaaaber weil mein Leben nicht einfach einfach ist sondern kompliziert kompliziert ging das schlechte Timing weiter…: Mathias, Zoe und mich im Arm spazierte aus meinem Zimmer und direkt in Juris Arme…oh man, ich hätte mich von ihm fernhalten sollen, hat Juri mir doch gedroht, dass wenn er sich mir nährt er ihn umbringt…Nun, nachdem Juri sein Geschenk (Ich bin nun ehemalige Besitzerin zweier Taranteln, Besitzerin von vier weißen Mäusen und nun noch von zwei Piranhas… )in meinem Zimmer verstaut hat meinte er, er würde gehen aber…nix. Im Gegenteil: er ist auf Math losgegangen! Scheiße…warum? Dumme Frage…das Supermodell, welches Juri so schon nicht leiden kann kommt mit einer Fremden und der kleinen Schwester aus deren Zimmer. Klar, was der denkt, oder?

Die Schlägerei endete damit, dass Juri gegen die Ecke eines Regals knallte und Mathias sich samt Zoe aus dem Staub machte…Ende des Tages? Er beginnt gerade erst…

Wer hätte gedacht, dass gerade ich einmal den unverletzlichen Draufgänger, meinen eigenen Bruder, Juri verletze? Dass er wegen mir weint wie ein kleines Kind? Ich könnte mich dafür ohrfeigen! Und doch bereue ich nichts…selbst meine Schwäche nicht. Nicht die Tränen, die ich weinte, nachdem er gestand, dass ‚es nicht gelogen war’. Nicht die Tränen, als ich sagte, es sei mir egal, was andere denken. Ich bereue weder die Küsse noch die Worte ‚Ich liebe dich’. Ich bereue meine Entscheidungen nicht…Das einzige, was ich bereue ist, dass ich meiner Familie vertraut habe. Doch sie werden mich verachten, wenn es rauskommt…sie werden mich von der Schule schmeißen, mich enterben, mir die Pest an den Hals wünschen. Es ist mir egal. Ich bereue nur, so abhängig von ihnen zu sein. Denkt doch alle, was ihr wollt, ihr versteht es eh nicht, denn wie soll man verstehen, was man nicht sehen oder greifen kann? Was einfach da ist?

Der perfekte Plan: Verlobung

Wie soll ich das nur Juri beibringen? Ich habe Angst. Große Angst, dass mein Vater noch irgendeinen Weg findet, mich an ihn zu binden. Ich kann mich nicht von der Familie abwenden. Nicht solange ich nicht volljährig bin. Es sind nur einige Monate, das geht vorbei. Danach werde ich ihnen alles sagen. Bis dahin aber heißt es Schattentänzer spielen, Gefühle verbergen, sich zu verstecken. Ich schäme mich nicht, doch es ist nötig, alles geheim zu halten. Noch…

Also muss ich der Verlobung entkommen und darf meinen Vater doch nicht verärgern. Wie stellt man das am Besten an? Richtig: mit einer Scheinverlobung. Und wer von meinen Bekannten kommt da in Frage? Nun, Mathias…aber das hat sich ja erledigt. Wer noch? Richtig, Quin Smith. Ich bin ihm so unendlich dankbar, dass er ja gesagt hat. Noch weiter: es ist ihm sogar egal, ob ich neben ihm einen Freund habe oder nicht. Wir werden solange, bis ich 18 bin oder Juliet Dad dazu gebracht hat den Verlobungsquatsch aufzugeben das verliebte Paar spielen, ab und an zu meinem Vater fahren und dort ewige Liebe heucheln. Dad wird anspringen. Oh wie er das wird…Quin ist Sohn zweier Anwälte und hat schon jetzt ein volles Konto: genau das will er doch, dieser Verräter.

Also werden wir uns als verlobtes Paar zeigen. Also werden wir das perfekte Theaterstück inszenieren. Jedes Wort, jede Geste, alles wird perfekt sein. Und dann, dann lös ich die Verbindung und stelle mich gegen meine ‚Familie’. Die, die mich wirklich lieben werden dies auch weiter tun. Vater nicht…

What’s wrong with me?!

Was ist es? Was ist es, das den Männern Angst macht? Was sie verwirrt und ändert? Andrew hatte Angst, sich voellig an mich zu verlieren…Mathias hatte Angst, dass ich ihn moegen koennte. Juri lag heulend in meinen Armen und aus dem unverletzlichen Draufgänger wurde wegen mir stundenlang ein kleiner, trauriger Junge…und nun eroeffnet mir Quin, mein Schein-Verlobter, er seie gar nicht schwul sondern viel eher bi. Und warum? Na? Keine Ahnung? Dank mir. Ja, super gemacht. Verdammt, wieso verwirr ich alle so?! Wieso ändert man sich, wieso stoeßt man mich weg oder findet mich poetzlich anziehend? Es ist alles so seltsam…Aber mal von vorne: Quin, der ja nun einen Schlüssel für mein Zimmer hat kam eines Abends mit Essen vom Chinesen zu mir. Nicht genug, dass ich grad aus der Dusche kam und daher nur ein Handtuch um hatte, nein. Beim Essen hat er mir dann erzählt, dass ich ihn zum Nachdenken angeregt habe und er Frauen nun doch ganz reizend fände. Würde er nicht so gut aussehen und würde ich ihm nicht so verdammt dankbar sein, ihn so mögen, ich hätte es für eine Masche gehalten. Eine typische: Ich helf dir und wenn du von mir abhängig bist schlepp ich dich ins Bett –Masche. Aber nein, so ist es nicht…glaube ich. Also bin ich auch nicht misstrauisch oder sonstiges. Wir ziehen das durch. Ich werde ihm die Unsicherheit nehmen, ihm die hand reichen. Gemeinsam schaffen wir es, dieses Trugbild einer Beziehung aufzubauen und hinterrücks meinen Vater auszutricksen.

Wäre da nicht Juri würde Quin mir wirklich fast schon gefährlich werden…er sieht immerhin gut aus, ist höflich und sympathisch, kein Schleimer und außerdem ehrlich (sonst hätte er mir das ja wohl kaum gesagt, oder?). Mal sehen, was so passiert…

Trouble

Ja, ist gut ich geb es zu, es ist meine Schuld! Ich hätte Juri schon vorher was von Quin erzählen müssen aber es gab keinen passenden Augenblick. Gibt es den überhaupt irgendwann? Ich meine einen wirklich guten Zeitpunkt um zu sagen ‚Ach übrigens, ich werde mich zum Schein verloben und mit nem andern rummachen. Was gibt’s heute zu essen?’ Das ist doch total bescheuert! Nun, aber ewig verschweigen konnte ich es ja auch nicht, das hätte Tote gegeben. Also hab ich Juri nach der Disko angerufen und es geradeheraus gesagt. Begeistert war er nicht…

Ach verdammt, dieser Sturkopf! Nachdem ich fast erfroren wäre (denn ich hab in Top und Boxershorts vor seiner Tür gestanden) hat Juri dann endlich aufgemacht…Ich weiß, dass er eifersüchtig ist aber deswegen gleich das ganze Zimmer auseinandernehmen?

Trotziges, kleines Kind! Ich kann nicht einfach mit ihm durchbrennen…das geht nicht! Doch eine Lösung brauchten wir trotzdem.

Nach einer unangenehmen Mischung von Zweifel und Sicherheit, Streit und Klarheit haben wir uns darauf geeinigt, dass ich das mit der Verlobung durchziehe. Er versprach mir, dass er sich zurückhält und ich ihn nicht wegen dieser Sache verliere. Ich, dass zwischen mir und Quin nichts läuft…

Happy Halloween and Crazy Feelings

Halloween war ein voller Erfolg! Es hat alles geklappt, alles nach Plan verlaufen. Keine Zwischenfälle, keine Probleme. Ich bin so erleichtert…Es hat sich endlich ausgezahlt, das wochenlange planen und aufbauen.

Nun, was die Sache mit Quin anging lief es etwas weniger geplant ab…

Eigentlich war ich mir sicher eine klare Trennlinie zwischen den Dingen, die okay sind und denen, die zu weit gehen ziehen zu können. Aber nein, dem war nicht so. Wir haben eine perfekte Show abgeliefert, selbst Juliet hat uns das mit dem verliebten Paar abgenommen. Doch wann ist die Show zu ende? Wenn die Vorhänge fallen? So sollte es sein, oder? Dem war nicht so…warum auch immer stand ich ploetzlich in seinem Zimmer und…verdammt, es war kein gespieltes Verlangen, es war echt. Ich wollte ihn küssen und wusste doch, dass ich nicht durfte. Nicht, wenn das Publikum längst gegangen ist. Und trotzdem haben wir dem Wunsch nach einem letzten Kuss nachgegeben. Einem, der nicht für alle gespielt war. Juri darf es auf keinen Fall erfahren! Es war ein Ausrutscher und mehr nicht. Ich mag Quin, ich genieße die zeit mit ihm und es fällt mir nicht schwer das verliebte Paar zu mimen aber lieben tu ich nur einen…ich darf mich nicht mehr verlocken lassen…ich will das alles nicht noch komplizierter machen.

He will kill us!

Ich hab Angst. Ja, ich hab wirklich Schiss! Verdammt ich könnte den ganzen Tag heulen aber ich hab keine Tränen mehr…eigentlich war doch alles so toll. Ein Tag nach der Halloweenparty, ein ruhiger Tag. Ich bin zusammen mit Zaida (die, die den Wettbewerb gewonnen hat) ausgeritten. Eigentlich haben wir uns total gut verstanden und es war ein nettes Gespräch, doch dann musste sie zurück. Nun, nicht weiter schlimm, denn Ana ist mir zufällig über den Weg geritten. Also hab ich mein Versprechen, mal mit ihr zu reiten wahr gemacht. Leider…

Am Kräutergarten angekommen wollten wir eigentlich wieder umkehren aber es war schon so dunkel…irgendwie hab ich mich verritten und…dann kam er auf uns zu. Dieser axtschwingende Hüne! Verdammt, der wollte uns den Kopf abschlagen! Er wollte uns toeten…vielleicht wollte er uns essen! Ana und ich sind so schnell wie moeglich in den Wald geritten und stießen irgendwann auf die Straße. Er ist uns fast den gesamten Weg gefolgt und dann…in St. Charlston…sind wir schon wieder auf ihn getroffen!

Ich weiß nicht, was er vorhatte…doch, ich weiß es: er wollte uns killen! Jedenfalls haben wir die Nacht bei Juliet verbracht. Die wollte uns natürlich nicht glauben aber es war keine Einbildung! Wirklich! Und ich kann es beweisen…

Am nächsten Tag hat Ana mich dazu überedet wieder zurück in den Wald zu reiten. Ängstebekämpfung oder so was. Man, was für eine bescheuerte Idee darauf einzugehen!

Als wir gerade ein Stück geritten waren hörten wir einen Schrei, Polizei, Sirenen. Gott, es wurde jemand umgebracht! Im Stall! Wir haben natürlich sofort alles erzählt, was wir wussten. Ich hab solche verdammte Angst, weiß nicht, wer das Opfer ist…ich will nicht sterben…

Falsche Verdächtigungen

Ja, es tut mir leid. Nein, ich würde dennoch nicht anders handeln, wenn selbiges noch mal passieren würde. Also folgendes: der Direktor ließ uns in die Aula kommen um eine Erklärung abzugeben. Tja, nichts mit Leiche…nicht so, wie ich es dachte. Es hat ein Pony erwischt. Scheint, als sei es abgeschlachtet worden, jedenfalls fehlen Teile…boah ich hatte solche verdammte Angst, hab seit Tagen nicht in meinem Zimmer geschlafen. Erst zu Juliet, dann zu Ana, letztlich hab ich bei Quin geschlafen. Hauptsache nicht allein, nicht in Gefahr.

Nachdem der Direktor ging hab ich mich natürlich sofort an einen Polizisten gewandt, um erneut alles, was wir sahen zu berichten. Dann sah ich ihn…der Hüne, langes Haar…das Waldmonster hatte einen Namen: Ragnar! Er wurde natürlich sofort festgenommen, doch stellte sich raus, dass er es nicht war. Hallo?! Er hat ‚nur mit seiner Axt trainiert’. Und das soll eine Normalsterbliche wissen?! Was hätte denn er selbst getan, wenn da jemand mit Axt auf ihn zu gerannt wär?!

Ich hab mich jedenfalls in Briefform bei ihm entschuldigt und…ja, ich denke es war eine voreilige Reaktion. Trotzdem!

Selbstmord loest unsere Probleme nicht…aber er beendet sie

Ich hab keine Ahnung was los war. Ein schrecklicher Tag…die Sache mit dem Pferdemord und dann wurde 15 km vom Internat ein weiteres Pferd geschlachtet, das von Gregory Terance. Abgesehn davon fehlt jede Spur von einem Mädchen, Chandana Bishop. Sie wurde wohl entführt…Vielleicht war es Angst, vielleicht Wahnsinn, doch es war eine Verlockung einfach die Augen zu schließen und mich dem Wasser anzuvertrauen. Es tat gut, die Schwerelosigkeit zu fühlen und alles zu vergessen, bis da irgendwo ein Licht ins Dunkel kam. Ja, es war ein gefährliches Spiel auf der Schwebe zwischen Leben und Tod und fast hätte ich mich für den Ewigen Schlaf entschieden, wäre nie wieder aus den Fluten (na gut es war nur die Badewanne) getaucht, hätte einfach aufgegeben. Und doch hab ich mich für das Leben entschieden. Ich hab Angst…Angst, vor meinem eigenen handeln. Angst, dass die Furcht mich zu so was verleiten konnte.

Gespräch mit Greg

Ich frage mich zwar immer noch, warum ich aber soll es ein Geheimnis für die Ewigkeit bleiben. Als ich einen Tag nach meiner Aktion in der Badewanne erkältet von Ana zurück in mein Zimmer wollte piepste plötzlich mein Handy und siehe da, zeigte eine fremde Nummer an. Gregory Terance, der Schulsprecher. Auf die Frage, wieso er mich und nicht irgendwen, den er besser kennt zu sich bestellt hat erhielt ich bis jetzt keine Antwort, aber ist ja auch egal. Wir redeten ein bisschen und irgendwie mochte er nicht recht mit der Sprache herausrücken, was los war, bis er mich dann fragte, ob ich eine Waffe hätte. Eine Waffe…eine Waffe zum töten…eine Waffe, um den Mörder seines geliebten Pferdes zu töten. Letztlich hab ich ihm Hilfe angeboten und ihn zugleich versucht davon abzubringen. Er mag eine eiskalte Maske tragen, doch ich hab trotzdem tiefe Trauer gesehn. Vielleicht ist er ein Arschloch, aber er ist Juris Kumpel und um ehrlich zu sein finde ich ihn gar nicht so eiskalt und unnahbar. Man kann nicht immer stark sein…

Nun, wir werden sehen, was passiert. Ob er meinen Rat befolgt oder nicht. Ich halte mein Versprechen und werde helfen, wenn er um Hilfe bittet. Ansonsten werde ich schweigen, wenn ich über sein Vorhaben gefragt werde.

Umzug und Ende des Schreckens

Was soll ich groß sagen? Ich bin mal kurzerhand bei meinem lieben Bruderherz eingezogen, weil ich zum einen noch immer Angst vorm Mörder hatte und zum andern (auch wenn ichs vor ihm natürlich nicht zugeb ) sein Zimmer toller als meins find… Nun, wie auch immer, jedenfalls war die ganze Aktion relativ unnötig, denn der Schrecken hat ein Ende. Der Mörder ist geschnappt! Das Mädchen frei! Und Gregory…der hat seine Rache. Leider muss ich sagen, denn er wird sich Vorwürfe machen. Früher oder später wird er hoffen, er hätte ihn, den Killer, einen Schüler unserer Schule namens Jonathan Palmer ((Ruhe in Frieden T-T)) nicht erschossen. Wird er es zeigen, wenn er sich wirklich schuldig fühlt? Ich bezweifle es. Aber was genau vorgefallen ist weiß ich eh nicht. Nur so viel, dass der Typ tot und die Geisel relativ wohlbehalten zurückgekehrt ist. Endlich brauchen wir keine Angst mehr zu haben…

Tokyo Drive

Erinnerungen an Paris…Das Adrenalin spüren, wenn man mit nahezu 200 Sachen in einem heißen Schlitten, für den man weder Schlüssel noch Führerschein hat über die Straße rauscht. Früher haben wir das oft getan, die andern, die ich Freunde nannte und ich. ‚Borgten’ uns die Autos der anderen für eine Nacht, fuhren durch die Stadt, genossen das Gefühl, wenn ein Polizeiwagen auftauchte und man nicht wusste, ob sie einen nun anhielten oder nicht. Tja, ganz so rasant war es nicht, aber es tat gut: Gregory hat mich gebeten ihn vom Krankenhaus abzuholen und mir dazu seinen Lamborghini zur Verfügung gestellt. Also bin ich kurzerhand wie in alten Zeiten in den Wagen eingebrochen, hab ihn kurzgeschlossen und ab gings. Gut, wirklich begeistert, dass ich ohne Führerschein mit seinem Prachtstück gefahren bin war er glaub ich nicht aber was solls, er kam ohne Kratzer im Internat an und das Auto ebenfalls. Da sollte Juri sich ein Beispiel dran nehmen! Aber nein, dem ist sein Auto ja wichtiger als ich!

Schluss machen für Anfänger

Bin ich zur Spielerin geworden, ohne es zu merken?! Ich hab Quin wieder getroffen…ja, ich hätt mich melden sollen, aber es war alles so…verwirrend. Und jetzt ist es aus. Ja, es ist aus, ohne, dass da jemals was war. Oder aber nicht…ach ich versteh’s selbst nicht. Jedenfalls hat er mir gestanden, dass seinerseits mehr ist…mehr, als nur ein Theaterstück. Dass er mich mehr als nur mag…und ich? Ich hab ihm gebeichtet, dass mein Herz einem anderen gehört. Verdammt, ich fühl mich schuldig. Ich dachte, es wäre kein Problem und ja, ich hab die Zeit bei ihm genossen, ich hab auch die Küsse gemocht aber…nein, es kommt ‚Liebe’ nicht gleich. Ich schätze, ich sollte das nächste Mal nachdenken und dann handeln…es nicht mehr aufs Spiel setzen, dass da Gefühle, die nicht erwidert werden möglich sind. Es tut mir leid…

Tja und jetzt lieg ich hier, bin für eine Woche vom Unterricht krank geschrieben und hab eine Gehirnerschütterung, weil ich aus Wut über mich selbst halbblind in den Wald geritten bin und dort einen kleinen Unfall hatte. Was genau passiert ist weiß ich nicht, jedenfalls hab ich wie gesagt eine Gehirnerschütterung und einige tolle Kratzer im Gesicht…Tja, Was solls, Strafe muss sein.

Die Hochzeit meines Bruders

Das Juri bekloppt ist erwähnte ich, ja? Aber dass er nun noch Gregory, der eigentlich relativ normal wirkte ansteckt ist neu. Die beiden wollten heiraten. Ja, so richtig mit Kirche, Medien und allem drum herum. Eine Wette! (Welcher Idiot wettet, dass der andere kneift, wenn beide Sturköpfe sind?!). Wie auch immer, erstmal kamen beide viel zu spät, so dass ich schon Hoffnung hatte, sie hätten aufgegeben. Aber nein, lediglich Organisationsprobleme.

Zuvor hab ich Juri übrigens erzählt Gregory sei schwul und Gregory, Juri habe sich in ihn verliebt. Es hätte ja klappen können! Hat es leider nicht…’Stolz’ nannten sie es nicht zu kneifen. Und für Stolz steht Juri dann im Brautkleid da? Ja wirklich!

Zu guter Letzt aber haben sie sich beide zusammengerissen und sind gemeinsam (!) aus der Kirche. Es hat also keiner früher aufgegeben, jeder zufrieden…Man, war das ein Schock! Ich meine…Juri Tèrance…oder Gregory Thompson…das hört sich beides schrecklich an!

Gefeiert haben sie trotzdem. Tanzen mit Alexeij, Juri, hier ein neues Gesicht, da ein Gespräch. Alles in allem war es toll…bis darauf, dass ich den Brautstrauß gefangen hab.

Ein Zeichen…?

Abschied ist ein scharfes Schwert, das tief ins Herze Dir fährt

Jetzt war eine Weile alles gut. Keine Probleme, alles in Ordnung. Und dann? Dann eröffnet mir Juliet nebenbei, dass sie gehen wird. Ihre Mutter und deren neuer Freund wollen sie zu sich nach Spanien holen. Jetzt, wo ich sie grade erst habe kennen lernen können. Das ist so unfair! Und Dad? Der wird sich sicher nicht darum kümmern. Ich weiß nicht was ich tun soll, doch ich werde sie auf keinen Fall einfach so gehen lassen! Sie hat geplant abzuhauen. Aber ob das was bringt? Ich wage es zu bezweifeln.

Was aber soll ich tun? Ich weiß es nicht…

Rache ist süß…

…und wer ist schon süßer als Juliet und ich? Okay, also ich wollte, nachdem ich die Nacht bei Juri verbracht hatte, weil jener mir (wiedermal!) ein Geschenk, diesmal in Form von Fledermäusen gemacht hatte wieder zurück ins Zimmer. Ha, denkste. Da hausten dann nämlich statt zwei mittlerweile sieben Fledermäuse, zwei Taranteln (die natürlich nicht in ihrem Terrarium waren… und ein Krokodil…in der Badewanne. So ein kleines aber trotzdem…hallo?! Räumt der die Zoos bei Nacht aus oder was?

Wie auch immer, Juliet wollte mir helfen die Fledermäuse rauszuscheuchen, als wir die Ansammlung der Viecher eben bemerkten. Spinnen. Und dann noch freilaufend. Das ist zu viel! Selbst für uns.

Was also tun? Richtig: Rache üben!

Und das haben wir. Da Juri eh nicht in seinem Zimmer war und ich dies wusste schlichen wir uns zu ihm und bereiteten die ‚Überraschung’ für ihn vor.

Ob er sich über knapp 10.000 Milben und Juckpulver in Sitzbezügen, Bett, Kleidern und Bad freut? Aber sicher, wer freut sich darüber nicht(*diabolisch grins*).

Ich hoffe so lernt er endlich, dass mit SPINNEN und der weiblichen JAT-Hälfte nicht zu spaßen ist!

[ThomasDeChevallier://Juri ((Der Ursprung Hanni und Nanni beruhte auf zwei Schwestern aus dem NEI Newcastle/Gb))]

Blüten schweben über deinem Grabe...

…Schnell umarmte dich der Tod, o Knabe,

Den wir alle liebten, die dich kannten,

Dessen Augen wie zwei Sonnen brannten,

Dessen Blicke Seelen unterjochten,

Dessen Pulse stark und feurig pochten,

Dessen Worte schon die Herzen lenkten,

Den wir weinend gestern hier versenkten.

Wieso? Die Frage, so oft gestellt, nie beantwortet. Wieso nimmt das Schicksal Leben, so jung, unberührt? Reißt geliebte Menschen aus dem Leben? Von Heute auf Morgen… fort…fort! Er wird nie wiederkommen. Wann hab ich ihn zuletzt gesehn? Zu lange ist es her. Fort…auf immer und ewig.

Ich sollte lächeln, ich sollte mich wohl fühlen, es ist Advent. Doch stattdessen kann ich die Tränen nicht unterdrücken, den Kummer nicht unterdrücken, den Schmerz nicht ersticken. Das Atmen fällt mir schwer, als würde mein Körper gegen die Realität ankämpfen, als würde ich krampfhaft versuchen aus diesem Alptraum zu erwachen. Doch es ist kein Traum, es ist Wirklichkeit. Nie wieder werde ich an diesem Tage lachen können, 02.12…bald Weihnachten. Ich werde das Fest mit Trauer verbinden, immer wieder aufs Neue Tränen vergießen.

Warum, wieso und wie? Niemand vermag mir zu antworten, niemand kann es. Hätte ich es verhindern können? Hätte das irgendjemand tun können? Jeremy…wieso bist du einfach gegangen, hast dich von den Todesschwingen umgarnen lassen? Hörtest Engel säuseln und folgtest ihnen?

Wir haben uns nur noch selten gesehn, doch ich hab dich lieb, mein Bruder! Ich hatte dich immer lieb…und werde es immer tun. Doch wie soll ich weitermachen? Meine Familie bricht auseinander, man zerreißt mir das Herz…tot…tot…ich kann es nicht glauben…ich will es nicht glauben…

Weckt mich auf, aus diesem Alptraum, bitte! Nehmt mich in den Arm, tröstet mich, wispert leise, es wird alles gut, es ist nicht so schlimm. Es sind Lügen. Nichts wird gut, es IST schlimm. Belügt mich doch, bitte…

Ich werde dich nie, niemals vergessen, Jeremy, mein großer Bruder. Dein Leben endete zu früh, der Tod war schneller als du. Irgendwann sehen wir uns wieder…auf der ‚anderen Seite’. Ich liebte dich, wie man einen Bruder lieben soll…ich vermisse dich, wie ich es niemandem wünsche. Ruhe in Frieden.

Was man tief in seinem Herzen besitzt…

…kann man nicht durch den Tod verlieren...

Gestern war die Beerdigung. Es war ein schwerer Gang zum Grabe, ein letzter Abschied, letzte Worte, die ihm und der Trauergemeinde galten. Viele weinten, tausend Tränen flossen und doch werden die meisten von ihnen bald wieder lachen, denn so ist das Leben eben: man lässt sich nicht lange aufhalten, verschwendet keine Sekunde. Man lacht bald wieder, man vergisst, es ist ein Urinstinkt: er ist tot, aber hey, was soll’s, ich lebe noch.

Viele werden bald wieder lachen, ja, doch ich bezweifle, dass das jemand unserer Familie kann. Ist es egoistisch so zu denken? Sich selbst zu bemitleiden? Vielleicht, doch es war unser Bruder und kein entfernter Urenkel, kein Neffe und kein Großcousin. Bruder…Dasselbe Blut, eine Verbindung. Ob diese Verbindung, die so mystisch ist, wie man sie Zwillingen nachsagt zwischen Jeremy und Lucius gebrochen ist? Ob er sich bald wieder in Arbeit stürzen wird und wir uns erst wieder am nächsten Grabe sehen? Er ist zurück, so, doch für wie lange? Ich habe keine Ahnung und es ist mir egal…er mag aussehen wie Jeremy, doch er kommt nicht an ihn heran. Er wird nie seinen Platz füllen und ich denke, er wird sich auch keine Mühe geben es zu tun.

Ich bin froh…nein, erleichtert, dass ich die Beerdigung endlich hinter mir habe, so kann ich endlich der Einsamkeit frönen, muss nicht ständig nutzlose Lügen wie ‚mein Beileid’ ertragen.

Auch die Testamentseröffnung ist endlich vorbei. Sie warf Rätsel auf, lässt mich glauben, dass ich Jeremy weniger kannte, als mir lieb ist. Doch wie auch immer, er hat mir sein Auto vererbt, seinen Lieblingswagen. Ich sehe es nicht nur als materiell wertvoll an, sondern als Hinterlass meines geliebten Bruders, den ich nie vergessen werde. Und ich schwöre, ich werde niemanden auch nur in die Nähe des Autos lassen! Ich danke dir für dein Vertrauen mir gegenüber, Jeremy…

Was gibt es sonst noch zu sagen? Nun, langsam normalisiert sich der Alltag wieder, doch die Trauer ist nach wie vor allgegenwärtig. Ich bin noch nicht darüber hinweg und es wird noch lange dauern, bis es soweit sein wird. Noch gilt jeder meiner Gedanken dem Verlust und die Trauer ist nicht nur eine Nebensächlichkeit, die aufkeimt, wenn ich sonst über nichts nachdenke. Doch ich werde lernen damit zu leben, werde mich daran gewöhnen und kann vielleicht irgendwann wieder lächeln.

Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe,

denn dann brauche ich es am meisten.

Silvester. Ende des einen, Anfang des andern, des Neuen. Wie wahr. Doch dieses Jahr war es anders, so total anders…Gefühle spielen verrückt, Gewohnheiten wurden gebrochen. In den letzten Tagen hab ich kaum noch Zeit gefunden hier reinzuschreiben, doch sonderlich viel ist auch nciht passiert. Nichts wirklich spannendes. Ana ist, soweit ich das mitbekommen habe -endlich- mit Ragnar zusammen und auch gleich auf und davon, die Festtage bei ihm verbringen. Nun, das wars, viel spannender wird es dann erst wieder ab dem heutigen Tag. Doch zum Anfang.

Ich war auf Lavinyas Hochzeit als Brautjungfer eingeladen und fuhr daher schon einen Tag früher nach Frankreich. Das Kleid, die Zeremonie, das Fest, einfach traumhaft[OP Anmerkung: genaueres folgt nach Nachplay]…

Wie nennt man das Gefühl, wenn sich alles dreht, alles so unklar erscheint? Wenn die Welt stillsteht und sich doch mit atemberaubender Schnelligkeit dreht? Wie kann man beschreiben, was neu und so aufregend ist, dass einen Moment alles unwichtig erscheint? Und wieso hat man mir dies Gefühl so lange vorenthalten? Vielleicht war es gut so, denn nun weiß ich, dass Andrew nicht der Richtige gewesen wäre.

Ich kann im Nachhinein nicht mehr genau sagen, wie es passiert ist, ich weiß nur, dass es wundervoll war. Vor wenigen Monaten hätte ich jeden für verrückt erklärt, der mir erzählt hätte, dass ich einmal mit meinem Bruder im Bett lande und nun habe ich dieses blöde Grinsen auf dem Gesicht, das nur noch breiter wird, wenn ich an die Berührungen und Küsse denke. Es war so…wow…und bevor ich hier nur noch ellipsenartige Sätze hinschreibe, werde ich nun unter die Dusche und dann in die Mensa. Das neue Jahr hat gut begonnen…Prost Neujahr!

Bunt, bunt, bunt sind alle meine Wände…


Ich hab es endlich durchgezogen! Passend zum neuen Jahr hab ich endlich mein Versprechen eingelöst und Ana beim Streichen ihrer Wände geholfen. Was heißt streichen…Nennen wir es eigene Kreation mit persönlicher Note. Die gesamten Wände sind nun voll mit Zahlen und Farbklecksern. Kunterbunt! Und doch hat das Chaos irgendwie eine gewisse Ordnung. Ja, wir sollten wirklich ins Kunstgeschäft einsteigen! Man, war das ein Spaß! Ich glaube wir haben von zehn bis drei Uhr nachts „gestrichen“. Es ist genial geworden! Und noch besser: wir hatten die glorreiche Idee nun, da Juri ja bald geht langsam aber sicher in seine Fußstapfen zu treten. Erste Streiche wurden ausgehandelt, geplant und auch bald durchgeführt…hehe ich freu mich schon drauf. Es leben Freundschaft, Farben und Wein um Mitternacht!



Eingangshallenverschönerung mit Stil


Wir haben es also durchgezogen! Also, Ana und ich haben unsere Verschönerungsaktion geplant und letztlich wirklich damit angefangen. Um was es ging? Während wir ihr Zimmer strichen kam uns die super Idee unsere künstlerischen Fähigkeiten auf die Schule auszubreiten. Und wo soll das besser gehen als in der grauen, tristen Eingangshalle? Farben waren schnell gekauft (grelles Grün, leuchtendes Orange und noch ein paar andere, intensiven Farben) und das Alibi ebenfalls schnell gegeben. Also trafen wir uns gegen fünf Uhr in der Nacht am Wochenende und begannen den Eingansbereich zu streichen. Das schöne Grün als Untergrund, darüber schöne, orange Blumen und die Schriftzüge „Willkommen im Nichts“, sowie „Queens of Chaos“ und „Newcastle RockZ“. Naja, ich persönlich fand diese Aktion war zum Allgemeinwohl, dem Direktor scheint es nicht so gefallen zu haben…Eine Woche Hausaufgabenfrei für den, der die ‚Schuldigen’ entlarvt. Ob sie das schaffen? Tze, never! Ana und ich haben gerade erst angefangen…

Worte können verletzen…Schweigen auch!

Ich hab sie fast schon vergessen, die Zeit. Nun aber ist es soweit, Januar. Noch wenige Wochen, vielleicht nur Tage bis ich verlobt werden soll. Wieder ein brief- nein, mein Vater hält es nicht für nötig mich anzurufen oder persönlich zu treffen!

Ich hasse ihn! Eng wie Handschellen wird er sitzen, der Ring. Ich will nicht! Aber was soll ich tun? Langsam erscheint mir Juris Vorschlag, Miguel einfach umbringen zu lassen recht einleuchtend…aber kann ich das? Einfach ein leben auslöschen, Herr über Leben und Tod spielen? Ich weiß es nicht…ich weiß es einfach nicht! Nun bleibt mir nur die restliche Zeit, die Zeit, in der ich noch warten kann bis man mich nach London bestellt und mein Schicksal endgültig bestimmt. Und dabei fing das Jahr so gut an!
Doch nicht genug…gestern erfuhr ich durch den Mund einer fast Fremden, aus dem Munde von Vedina, Jeremys….nein, pardon Lucius kleiner ‚Freundin’, dass Lui einen Gehirntumor hat. Ich erfahre es durch sie! Wieso hat man mich nicht früher informiert, wieso hat Lucius sich nicht bei mir gemeldet?! Ich sehe die Familie, die ich einst so liebte auseinander brechen zu sehen. Und ich kann nichts tun. Was aber noch schlimmer ist: eigentlich ist es mir auch egal…Gleichgültigkeit meiner Familie gegenüber…ich fass es nicht…



Verlobungen und andere Katastrophen

Na super…jetzt ist es offiziell, ich bin verlobt! Der Ring ziert meinen Finger, mein Vater und meine zukünftigen Schwiegereltern haben eingeschlagen. Wie ein Handel kommt es mir vor: mein Leben gegen ein bisschen Ansehen und Geld. Geld ist eben Macht und mein werter Erzeuger kann davon nicht genug bekommen. Die Hochzeit wird noch eine Weile dauern, ein, zwei Jahre vielleicht doch der erste Schritt ist getan. Jetzt gehör ich ihm und aus seinen Fängen zu entkommen wird alles andere als ein Kinderspiel. Um ehrlich zu sein habe ich längst aufgegeben und mich dem Schicksal, das man ohne meine Einwilligung schrieb gefügt. Ich nehm es an, ich wird es ertragen, denn was immer er mir antut oder nimmt, meine Würde bekommt er nicht und wenn es nur der letzte Rest ist. Ich zerbrech nicht unter ihm, egal was passiert!



Let’s dance, Babe!

Okay, das Leben kann scheiße sein und ja, es ist es. Aber was soll’s, ich kann ja nicht nur heulen, oder? Es kommt mir zwar selbst so vor, als würde ich das tagtäglich tun, doch nein, ich versuch stark zu bleiben. Tränen bringen auch nichts.
Wie auch immer: ich hab versucht nachzudenken. Über Lucius und über die Verlobung, über einfach alles. In meiner Nachdenklichkeit hab ich Elisa fast übersehen- ich kenn sie von Vedina, sie war bei deren Eröffnung, die Lui betraf auch dabei. Nun, eigentlich wollt ich meine Ruhe aber wir kamen dennoch ins Gespräch und ich muss zugeben, es tut gut mit jemandem reden zu können. Klar, ich hätte auch zu Ana gehen können, aber ich will sie nicht ständig mit meinen Problemen belasten. Jedenfalls schlug sie vor, dass wir uns ein wenig ablenken und so sind wir in die Stadt gefahren. Ach ja…Juri hat mir zwischendurch noch so was wie einen Antrag per SMS gemacht. Toll, was? So ein Idiot…
Wie auch immer: der Abend in der Disco hat echt Spaß gemacht! Tanzen, einfach nur den Rhythmus spüren und eine Weile alle Probleme vergessen. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mir einen Arschtritt gegeben hat und mich wieder unter Leute brachte, sonst wär ich wohl eingegangen. Sie ist wirklich nett und ich denk, ich werd mich bald wieder bei ihr melden.




Nur ein toter Verlobter ist ein guter Verlobter

Langsam wird es unheimlich…zumindest für die, die nicht wissen, was hinter den Fassaden vorgeht. Erst stirbt mein Exfreund, also Andrew auf mysteriöse Weise und jetzt…Miguel. Ich sollte weinen, was? Ich sollte wohl die vereinsamte Verlobte spielen. Aber ich kann nur lachen. Aber das seltsame ist: ich weiß nicht mal, wer ihn auf dem Gewissen hat! Juri wäre mein Verdacht gewesen- ich hab ihn immerhin aus dem Knast geholt…Verdächtiger und so- aber er scheint es wirklich nicht gewesen zu sein. Seltsam, aber im Prinzip egal. Ich hab auf der Beerdigung reagiert, wie man es erwartete: trauernde Mine, Tränen und in mich gekehrt. Doch kaum saß ich im Auto war ich heilfroh. Ich wird ein gutes Sümmchen erben und bin ihn los…zumindest, bis Dad einen neuen Verlobten findet. Ich denke jedoch, das wird etwas dauern. Ich hoffe es…


Ehrlichkeit und Untreue= Kummer und Sorgen

Oh ja, wie ich es liebe. Wie ich dieses Verhalten jener, die ich liebe und denen ich mein Herz schenke doch liebe. Andrew rutscht über meine beste Freundin und Juri gesteht mir, dass er mich zweimal betrogen hat. Zweimal! Ein ‚Versehn’ und ohne Gefühl. Ja aber sicher! Klar, es ist leicht irgendeine dahergelaufene…[zensiert^-^] flach zu legen…Scheiße, ich weiß nicht einmal, wie ich reagieren soll! Eigentlich sollte ich stinksauer sein und das bin ich auch aber andererseits wusste ich es, hab geahnt, dass er nicht treu ist. Das ist Juri…so ist er…so wird er vielleicht immer sein. Und das macht mir Angst: ich kann ihm nicht mehr vertrauen. Was, wenn er es wieder und wieder tut? Ich liebe ihn, ich kann es nicht leugnen aber ich hab auch keine Lust unter dieser Last zu zerbrechen. Keine Ahnung, was ich tun soll…es ist alles so verwirrend, schmerzlich und doch bin ich völlig ruhig. Ich muss sehen, wie es weitergeht. Vielleicht werd ich ihm wieder vertrauen, vielleicht ist alles aus.


Sich nicht zu rächen kann auch eine Rache sein

Punkt eins: bei Juri und mir wieder alles einigermaßen gut. Eine letzte Chance. Wenn er sie versaut ist es endgültig aus. Wenn er sich noch mal einen ‚Ausrutscher’ erlaubt ist Schluss. Er hat mir versprochen es sein zu lassen, sich zu ändern. Ob ich ihm trauen kann? Ich weiß nicht so recht, denn es wird eine Weile dauern, bis ich ihm wieder vollstes Vertrauen schenken kann. Wie auch immer: ein Anfang ist getan.
Punkt zwei: dieses miese Arschloch! Nein, nicht Juri sondern Cesar, ein Frischling, ein Macho, ein Möchtegern- Maker, ein frauenfeindlicher Vollidiot! Ich hab ihn gleich mit Vorsicht genossen, doch da wusste ich ja auch noch nicht, dass er wirklich gefährlich werden kann. Dann der erste Schock: er hat doch tatsächlich Fiona geschlagen! Ganz öffentlich in der Mensa…zum Glück war Alexej da und ist dazwischen gegangen…nun, er wollte, letztlich aber fanden sich beide in einer Schlägerei wieder. Doch nein, das hätte mich ja noch kalt gelassen, nicht aber die nächste Aktion: der Volltrottel wirft doch tatsächlich vollkommen zu eine Bierflasche aus dem Fenster, direkt auf den Hof wo Chandana, Thomes und ich stehen. Vielen Dank, nun hab ich eine wundervolle Narbe an der Hand…natürlich wollte ich ihn zur Rede stellen, doch es war unmöglich. Mit kindischen Tricks hat er mich schließlich zu Ackerley ins Büro verfrachtet. Oh ich schwöre, ich werde ihm zeigen was es heißt sich mit mir anzulegen! Er hat soeben sein Testament unterzeichnet!


Was du erreicht hast ist so zu sein…
…wie du als Kind nie werden wolltest: ALLEIN!

Wieso trifft es stetig mich? Stetig meine Familie? Die, die ich liebe oder lieben sollte? Ich kann nicht mehr…es ist aus und nein, ich übertreibe nicht. Nun sind nur noch Juri und ich übrig…nun, und Juliet aber ich hab keine Ahnung wo die ist, hab sie seit Wochen nicht mehr gesehen, vielleicht ist sie ja wieder in Spanien. Lucius, der wirkliche Lucius ist tot, gut, ich habe mich damit abgefunden, auch wenn es ein schmerzlicher Verlust war…ich habe gelernt es zu verkraften doch nun ist auch Jeremy tot…wirklich tot. Er hat die Operation nicht überlebt und ich konnte nicht einmal noch ein paar schöne Tage mit ihm verbringen. Ich fühle mich schuldig…aber das ist noch nicht alles: meine Eltern sind tot…es ist ernüchternd: ich habe sie zeitweise gehasst und ihnen den Tod gewünscht, jetzt sind sie wirklich tot und ich vermisse sie. Sie sind Teile von mir, ich fühl mich…nicht mehr Ganz. Mein Dad wählte lieber den Freitod, als er die Nachricht von Jeremys Tod bekam, als neue Hoffnung in der Ferne zu suchen. Hat er auch nur eine Sekunde an mich gedacht?! Ich bin Vollwaise verdammt, ich hab keinen mehr! Was wird nun aus dem kläglichen Rest der Familie? Vielleicht muss ich die Schule verlassen…ich habe keine Ahnung. Und ich habe Angst…egal was passiert, ich will nicht von Juri getrennt werden! Vielleicht klingt das alles kindisch und naiv, doch was soll ich sonst sagen? Dass es mir egal ist, dass meine Familie zerbrochen ist und man mir womöglich meinen letzten Halt raubt?
Mutter…ich habe dich kaum gekannt, aber du warst immerhin meine Mutter, trugst mich neun Monate in dir und ich glaube, obwohl du mich so früh verlassen hast hättest auch du dir ein glückliches Familienleben gewünscht…ich werde dich nicht vergessen, auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich mir dessen zu Lebzeiten bewusst war.
Vater…ich habe dich in letzter Zeit gehasst, habe deine Handlungen und dein Streben nach Geld und macht nicht verstanden, weil du rücksichtslos vorgingst. Aber so warst du schon immer, oder? Dennoch warst du es, der mich aufzog…ich hab dich lieb…trotz allem, denn angesichts des Todes wird es nichtig.
Und zuletzt du, Jeremy…ich habe dich schon einmal verloren. Zu der Zeit, als ich glaubte, du seiest anstatt Lucius gestorben. Und nun bist du wirklich fort. Ich kann es nicht verstehen und will es nicht, das Schicksal ist ungerecht! Du warst zu jung…du wirst mir sehr fehlen, ich hab dich so lieb…
Ruht in Frieden, ich weiß nicht, was ich ohne euch tun soll… (R.I.P. 25./26.01.2008)



Paris, Paris: auf ein Neues!

Ich bin wieder in Frankreich. Um genauer zu sein bei meinen Verwandten, Onkel Nathan und seiner Frau Cassandra. Meinen Onkel mag ich zwar nicht sonderlich, da er denselben, eiskalten Geschäftsmann-Trieb wie mein Dad in sich trägt, doch was solls. Ich sollte die nächsten paar Wochen nach der Beerdigung zu ‚meinem eigenen Wohl’ nach Frankreich. Abstand gewinnen und so…Nun, Nathan wird die nächsten Monate mein Vormund sein und auch danach die Finanzen verwalten bis ich 21 bin…zumindest steht es so im Testament, doch vielleicht gibt es einen anderen Weg.
Wie auch immer, ich vermisse Newcastle und besonders St. Charlston, vermisse meine Freunde, mein zu Hause…und vor allem meine Familie. Doch ich kann nichts tun, noch nicht. Der Abschied vom Internat war schwer. So schwer, dass ich einfach ging. Ein Fehler wohl. Die, die mir nahe stehen werden es durch Briefe erfahren habe. Aber ich konnte es ihnen nicht erzählen, es war zu schmerzhaft. Auch brauchte ich Zeit für mich, wenn auch nur ein bisschen.
Nun, ich werde St. Charlston wohl alle paar Wochenenden mal besuchen, darauf bestehe ich! Bleibt die Frage, wo ich zur Schule gehe, hm? Auf dasselbe Internat wie schon früher. Auf dasselbe Zimmer mit denselben Leuten! Nun, fast, denn Christina ist ja-…
Einerseits verbinde ich mit Paris, wo sich die Schule befindet viele positive Erinnerungen und Gefühle, andererseits ist da auch die Wut auf Andrew und Christina…vorbei ist vorbei…
Hm, vor einigen Tagen habe ich einen Brief an Ana gesandt. Ich hoffe sie ist mir nicht böse, weil ich so sturzartig verschwunden bin. Vielleicht wird ich sie ja schon bald wieder in meine Arme schließen können…




St. Charlston, I’m back…
so halb…


Ich bin zu Haus! Nicht in London, nein, sondern in St. Charlston! Ja, ich durfte tatsächlich für ein Wochenende zurück. Es ist herrlich und vertreibt alle Sorgen. Leider waren weder Ana noch Juri da…ich mach mir Sorgen um beide und vermisse sie. Keine SMS, kein Anruf…sind sie vielleicht sauer auf mich? Ich weiß es nicht aber vielleicht braucht Juri einfach etwas zeit, genauso wie ich und Ana ist übers Wochenende zu ihren Eltern.
Nun, ich vermisse diese Schule, die mir eine Heimat geworden ist aber ich werde versuchen sie so oft wie möglich zu besuchen.
Ach, es ist noch etwas ganz wunderbares passiert! Ich werde Patentante! Ja, wirklich…ich! Um die Frage zu klären wer die baldige Mutter ist: Lavinya. Ich war verdammt überrascht, als sie mich fragte, ob ich Patin ihres Kindes werden will aber hey, solch eine Ehre schlägt man nicht ab. Ich freu mich tierisch darauf, ich glaube mindestens so sehr wie sie!
Es ist schon seltsam, über was man nach einer solchen Frage oder Nachricht nachdenkt. Kinder…Ich mag sie, ja ich mag sie sogar sehr, doch ich denke ich werde es vorziehen anderen die Mutterfreuden zu gönnen. Ich wär eine schreckliche Mama…viel zu achtsam aber vielleicht auch das genaue Gegenteil?! Ich weiß es nicht aber zum einen bin ich noch etwas jung um da weiter zu sinnieren, zum anderen glaube ich wie gesagt, ich überlasse das besser anderen.
Doch über mein Patenkind freue ich mich. Ich bin gespannt, ob es ein Junge oder Mädchen wird und wie er oder sie sein wird…wenn ich wieder in Frankreich bin helf ich Lavinya eine Wiege auszusuchen und halte über E-Mail Kontakt mit ihr.
Vielleicht kann ich bereits nächste Woche wieder zurück! So verzweifelt ich anfangs war, so mehr Hoffnung kommt nun wieder. Ich werde die zeit in Frankreich irgendwie hinter mich bringen…


17.7.08 15:48


Tagebuch

Paris, Paris!

Der erste Tag an meiner neuen Schule in Paris. Ich weiß nicht wieso aber irgendwie finde ich es hier unheimlich: das große Gebäude, so mächtig und einschüchternd. Jedoch hab ich bereits eine Freundin gefunden: Christina. Sie ist total nett und hilfsbereit, hat mir alles gezeigt und so. Ich glaub, wir könnten Freundinnen werden.

Neue Freunde

Christina und ich sind zusammengezogen und mittlerweile echt gute Freundinnen! Neben ihr hab ich auch noch ein paar andere vom Internat kennen gelernt….Susanne, Shalott, Kyra und Laura zum Beispiel.

Heute waren wir in der Stadt, wo Kyra uns ihren Cousin Andrew vorgestellt hat. Ich muss sagen, er gefällt mir.

Am Wochenende wollen wir uns wieder treffen…langsam gefällt es mir hier in Paris…der Stadt der Liebe.

Die liebe Liebe

Andrew hat mich geküsst! Oh Gott wie konnte das passieren? Wir haben uns ein paar man getroffen, waren aus…und dann, als er mich zurück zum Internat bringen wollte hat er mich geküsst. Er ist so wundervoll! Sanft, liebevoll…hach ich glaub, er ist so was wie mein Traummann.

Von Tag zu Tag fang ich an ihn mehr zu schätzen…oder gar zu lieben.

Zerbrochenes Herz, zerbrochene Freundschaft, zerbrochenes Glas

Mistkerl! Arschloch! Penner! Verräter! Betrüger! Lügner…Flittchen! Miststück! Bitch! Schlange! Zwei Monate war ich glücklich…hier meine Freunde…meine beste Freundin, der ich alles anvertraute…die ich wie eine Schwester liebte…Christina. Dort mein Freund, Andrew, den ich wirklich liebte, dem ich vertraute, mich ihm vollends hingeben wollte. Und dann? Scherbenmeer der Gefühle, mein Herz zerbrochen…so fühlt es sich also an, wenn man betrogen wird. So fühlt es sich an wenn man die beiden Personen, die man nebst Familie am meisten liebt zusammen im Bett findet…ich hasse sie! Sie sollen verrecken! Einfach verrecken!

Rauswurf

Ich habe überreagiert, so die These der Direktorin. Sie meinte ich habe mir mit meinem Angriff auf Christina meinen Rauswurf selbst zuzuschreiben (Ich habe sie doch nur gegen den Spiegel geschubst… dass ihr Gesicht nun aussieht wie von einer tollwütigen Katze zerfetzt ist nicht meine Schuld!). Nun muss ich also meine Koffer packen, doch was soll’s. Ich weine diesem Gebäude der dunklen Stunden keine Träne nach, meine Freunde haben sich eh von mir abgewandt. All meine Ämter, Klassensprecherin, Redakteurin, Vertrauensschülerin…alles muss ich aufgeben. Ja und? Es war mir eh zu stressig. Ich freue mich all das hinter mir zu lassen…zu vergessen…zu…verdrängen?

Home, sweet home

Zu Hause. Nach fast einem Jahr bin ich endlich wieder in den eigenen vier Wänden. Einen unterschied macht es aber nicht: meine Brüder sind auf diesem Internat in London und Vater kaum zu Hause. Ich langweile mich den ganzen Tag, der Privatunterricht ist für die Katz. Aber was tun? Ich bin schon froh, dass Vater es mir nicht verübelt hat…das mit dem Krankenhausaufenthalt. Übrigens ist Andrew wieder aus dem Krankenhaus…leider. Er lag ja –zufällig- auf der Intensiv. Vergiftung…Rattengift wies scheint. Wer das wohl war…?

Neue Schule, neues Glück?

Ich konnte Daddy überreden! Ich darf zu Jeremy und Juri auf das Newcastle Elite Internat St. Charlston. Heute war mein erster Tag…das Zimmer ist toll! Nicht so groß wie meins aber dennoch geräumig und gemütlich. Jeremy hab ich bereits getroffen nur Juri hält sich irgendwie im Schatten. Ob es was mit dem Mord hier zu tun hat? Ja, furchtbar oder? Hier wurde bereits der zweite Schüler innerhalb eines Jahres tot gefunden: erst Gregory Spence und dann…also jetzt Ryan Greve. Man munkelt die beiden hatten was miteinander…Ich weiß es nicht, kenne sie ja nicht. Jedenfalls wurden Bilder gezeigt…scheint kein schöner Anblick gewesen zu sein, doch er wurde mir ja zum Glück erspart.

Nun, jetzt hoff ich mal hier gut zu starten…

Erste Bekanntschaften(Zusammenfassung)

Oh je, ist das ein Stress hier! Also eine kurze Zusammenfassung: ich hab in den letzten Wochen schon einige Leute kennen gelernt aber wirkliche Freunde…nun ich denke ich bin noch etwas arg misstrauisch wegen…ja ich bin misstrauisch und vorsichtig. Jedenfalls ist es stressig und es bleibt kaum Zeit für sonderlich viel Bekanntschaften oder jene zu pflegen. Mal sehen, was noch alles passiert.

Newcastle in Flammen

Juri ist doch bekloppt!...Aber genial! Erst hat er mir zwei Taranteln geschenkt (ich hasse diese Viecher!!! Und das weiß er!), die er Mary und Pete nannte. Tze…Nun aber das war nicht alles. Er hat mich erstmal mit in die Stadt genommen (wehe ich bekomm nicht auch so einen geilen Schlitten!) und wir waren Eis essen. (Er hat wegen meiner Eiswahl wirklich geglaubt ich wär schwanger!). Jedenfalls war er schon die ganze Zeit seltsam aber dann im Internat…Alles wurde dunkel, der Strom fiel aus und plötzlich dieses herrliche Feuerwerk! Danach dann Pferde mit…nun…gewöhnungsbedürftigen Schriftzügen und letztlich dann in Lettern am Himmel „(c)Juri Thompson“. Der Übergeschäumte Brunnen wurde gleich als Badewanne genutzt…es war fantastisch! Als dann alle in die warmen Zimmer wollten der Schock: die Sprinkler waren angegangen und alle Räumlichkeiten standen unter Wasser. Ich hatte Glück im Unglück und bin mal rasch eine Weile zu Juri gezogen (Wieso haben die Aus der Abschlussklasse so tolle, große Zimmer?!). Nun, in der zeit dort hab ich einige kennen gelernt, die ich nun nicht alle aufzähle. Außer eine: Anastacia. Sie ist mittlerweile eine gute Freundin. Alles in allem hasst nun die Hälfte der Schule meinen lieben Bruder und der Rest…der trauert den Sachen im Zimmer nach. Aber hey, Leute: Zwei Wochen Schulfrei und ein tolles Feuerwerk. Gegenstände sind ersetzbar…

Tote Exfreunde und schuldige Familienangehoerige

Soll ich ihn hassen oder ihm auf ewig dankbar sein? Ich glaube letzteres. Juri hat mir einen Zeitungsartigel mitgebracht ‚junger Mann und Freundin sterben auf Highway, weil Bremsen versagen’. Wer da seine Finger im Spiel hat ist klar, oder? Immerhin hat er mich mal gefragt, ob er ihn killen soll. Ich hielt es für einen Witz aber jetzt…

Wie auch immer, ich bin ihm dankbar…sehr sogar. Sollte ich mich für diesen Hass Andrew und Christine gegenüber schämen? Nicht mehr, denn jetzt ist er nicht mehr nötig. Sie haben, was sie verdienen.

Kisses in the Night

Wenn Spieler verlieren...Es war eigentlich ein normaler Abend, etwas kalt wegen des herannahenden Herbstes aber normal. Da mir das ständige Aufeinanderhocken in Juris Zimmer zu nervig war hab ich mich entschlossen noch etwas draußen zu bleiben. Nach einer Weile ist er dann gekommen...Mathias. Wow, er sieht verdammt gut aus...total mein Typ. Einziger Fehler: ich glaube seine Gefühlswelt ist eingefroren. Nun wie auch immer...wir unterhielten uns und irgendwann hat er mich geküsst...

Verdammt, ich bin ihm fast in die Falle getappt! Seine Worte, seine Berührungen und doch wusste ich, dass er nur darauf aus war mich ins Bett zu kriegen. Pech gehabt, mein Lieber!

Ana ist dazwischengeplatzt...Welch Glück sonst wäre wohl alles anders verlaufen. Sie war total fertig wegen ihren Cousinen aber wie auch immer, sie, Math und ich landeten in Maths Auto und fuhren zu dessen Hotel. Ich weiß nicht, was mich geritten hat aber ich war zu allem bereit! Vielleicht, weil ich mich einfach nach Zuneigung gesehnt hab auch wenn sie nur gelogen war.

Ana ist nach einer Weile wieder zurückgefahren, hatte sich zum Glück beruhigt. Nun waren also noch Math und ich da...allein wie vorher. Was genau im Auto passiert ist, ist an dieser Stelle unwichtig. Jedenfalls scheint es, als habe ich es geschafft Gefühle und sei es nur Angst aus seiner Seele zu graben. Vielleicht lag es daran, dass in meinem Blick so was wie Zuneigung lag und nicht nur wegen seinen Lügen sondern wegen ihm an sich...jedenfalls hat er mich abgewiesen, wollte, dass ich gehe. Ich habe keine Ahnung ob ich mich irre oder ob ich wirklich Furcht vor mir in seinen Augen sah. Eins ist klar: wir wissen beide, dass ich dieses Spiel gewonnen hab.

Big, big Family

Und ich dachte wir drei würden genug Chaos stiften aber nein, ich hab noch eine Schwester! Juliet heißt sie und –es ist wirklich ein Wunder!- sie ist bis auf einige Stunden genau so alt wie ich! Eigentlich sind wir nur Halbgeschwister…aber für mich ist sie jetzt schon mehr. Eine Freundin, eine richtige Schwester. So wie bei Juri, der ist ja auch mein Bruder und nicht weniger.

Jedenfalls mag ich sie total und wir haben denselben Geschmack was so einiges angeht. Allerdings ist es jetzt amtlich, dass Dad einen „J“- Knacks hat.

Forbidden Kiss

Scheiße, Scheiße, Scheiße! Das darf nicht wahr sein…wieso? Warum?! Gut von Anfang an: Ich wollte eine Woche nach Spanien fliegen und wartete auf den Flug, als eine Durchsage kam ich solle mich in der Lobby melden. Naja, dort wartete jedenfalls Juri und lud mich noch auf einen Drink ein. Eigentlich war alles ganz normal aber dann meinte er wir müssten reden und dann…wie koennen die Worte ‚Ich liebe dich’ alles so verändern? Aber nein, nicht genug, dass der eigene Bruder einem die Liebe gesteht…außerdem hat er mich geküsst. Oh Shit, das hätte alles nicht passieren dürfen! Nicht, dass mich interessiert was andere denken aber…doch, ich geb es zu: teilweise interessiert es mich schon.

Und nun? Was soll ich tun mit diesem Wissen? Wie ich zu der Sache stehe weiß ich…nicht aber was ich nun tun soll…

Spanish Days, Spanish Nights

Mallorca war toll! Nun, bis auf Miguel, meinen Schoßhund von Bodyguard der zufällig der Sohn eines Millionärs und Daddys Geschäftspartner ist. Wieder ein Versuch mich zu verloben, pah!

Sonst aber war es schön: der Strand, das Meer und die Sonnenuntergänge. Einfach klasse. Schade nur, dass es wieder vorbei ist.

Halloween, explosive Pläne und schmerzliche Scherze

Erstmal: Ich bin im Komitee für die Halloweenparty am 27. Man, was für ein Stress! Alles dekorieren, planen, bestellen. Nun, zumindest mein Kostüm hab ich schon: Ein Shinigami! Das ist so was wie ein japanischer Todesengel. Tragen werd ich ein schwarzes, knielanges Kleid, eine dunkle Strumpfhose und eine Kapuze nebst dunklen Schwingen und einer Sense (siehe Fotos: Mischung aus beiden Shinigami). Ich freu mich schon! Mit wem ich hingeh weiß ich noch nicht, ich hab derzeit keine Zeit darüber nachzudenken.

Zum nächsten: Juliet und ich haben beschlossen es Juri gleich zu machen und mal zu zeigen, dass wir keine Engel sind! Kurzum: wir wollen den Chemiesaal in die Luft sprengen und das nicht ohne ordentlich Feuerwerksfarben und Voodoopuppe des Lehrers. Ich hoff es klappt alles...jaja, JAT lebt! (JAT= J, Aphal, Thompson).

Und zum nächsten Thema: Juri...ich könnte ihm den Hals umdrehen! Als ich zurückkam hat er mir mit breitem Grinsen eroeffnet, dass das alles am Flughafen nur ein Scherz war. Ein Scherz! Und ich fall noch drauf rein...nein, schlimmer: ich mache mir sogar Gedanken und fälle eine Entscheidung! Welche werde ich selbst hier nicht schreiben, es ist doch egal...man, ich hätte es wissen müssen. Der und Liebe, pah! Und dann noch mich...scheiße ich war so dumm...

Das soll Liebe sein...?

Mein Leben soll auf einer Lüge beruhen, jeder Kuss, der folgt eine solche sein. Meine Kinder werde ich hassen, wie ich ihren Vater hasse und meine Familie zerbricht von Tag zu Tag mehr. Die kleine, heile Welt, die ich versuchte aufzubaun liegt nur noch in Schutt und Asche und um sie wieder aufzubauen fehlt mir die Kraft. Von meiner geliebten Familie gehört mein Vertrauen nicht länger meinem Vater, denn er hat mich all die Jahre belogen, wann immer er mir etwas von Stärke und Freiheit erzählte. Verloben soll ich mich...jemanden mit hohem Geldanteil finden. Wenn nicht wird mein Schicksal besiegelt sein, dann werde ich mit Miguel verlobt. Er hat nur darauf gewartet, bis ich alt genug bin...dieser Mistkerl! Ist das alles, was von meiner Familie übrig bleibt? Meine Geschwister und ich? Wobei ich auf Juri noch immer schlecht zu reden bin, besonders, weil ich, nachdem ich erfuhr, was Dad mit mir vor hat eine SMS von ihm bekam. Ein weiterer Scherz, der Gefühle verletzt, er will Greg heiraten. Sinnloses Gerede, vielleicht sprengt er ja das Standesamt in die Luft...aber trotzdem ist es schmerzlich so was zu lesen. Zu lesen, dass der eigene Bruder mit den Gefühlen aller spielt (zum Beispiel Gregs Freundin), mit mir spielt...zu wissen, dass man dem Vater zu Geld verhelfen soll, einen reichen Schwiegersohn in die Familie bringen soll...zu realisieren, dass das ganze Leben mit nur einem Tag sinnlos werden kann...

Lange Nächte, Schocks und Küsse

Was für eine Nacht…: ich war absolut fertig wegen Dads Ultimatum und obwohl Julie und Ana mir Hilfe zusicherten hab ich nur noch geheult. Ich saß im Dunkel auf dem Brunnen, als- wieder Mal- Math auf mich zukam. Nein, es ist nichts passiert…nichts von Belang…nun, außer, dass er mir seine Flasche Champagner schenkte, da er der Meinung war, ich koennte etwas Alkohol vertragen. Wie auch immer…damit begann das Unheil. Ich trank und trank, Math ging…das Saufgelage ging in der Mensa mit Zoe und Isabelle, zwei, die ich neu kennen lernte weiter. Irgendwann hat uns der Chef rausgeschmissen…glaub ich, ich erinnere mich nur verschleiert.

Jedenfalls gings weiter zu Isa, wo noch etwas Wein wartete. Danach hab ich nen totalen Filmriss…

Am nächsten Tag bin ich mit unerträglichem Kater und halbnackt neben der ebenfalls unangezogenen Zoe erwacht…just in dem Moment kam Mathias ins Zimmer, da ich mit ihm verabredet war. Scheiße, welch verdammtes Timing!

Naja, gesagt hat er nichts…nicht viel, außer Anspielungen, wir könnten ja ‚was zu Dritt machen’. Pah…Ich war geschockt genug aber egal, es ist ja nichts zwischen Zoe und mir passiert…denke ich…

Aaaaber weil mein Leben nicht einfach einfach ist sondern kompliziert kompliziert ging das schlechte Timing weiter…: Mathias, Zoe und mich im Arm spazierte aus meinem Zimmer und direkt in Juris Arme…oh man, ich hätte mich von ihm fernhalten sollen, hat Juri mir doch gedroht, dass wenn er sich mir nährt er ihn umbringt…Nun, nachdem Juri sein Geschenk (Ich bin nun ehemalige Besitzerin zweier Taranteln, Besitzerin von vier weißen Mäusen und nun noch von zwei Piranhas… )in meinem Zimmer verstaut hat meinte er, er würde gehen aber…nix. Im Gegenteil: er ist auf Math losgegangen! Scheiße…warum? Dumme Frage…das Supermodell, welches Juri so schon nicht leiden kann kommt mit einer Fremden und der kleinen Schwester aus deren Zimmer. Klar, was der denkt, oder?

Die Schlägerei endete damit, dass Juri gegen die Ecke eines Regals knallte und Mathias sich samt Zoe aus dem Staub machte…Ende des Tages? Er beginnt gerade erst…

Wer hätte gedacht, dass gerade ich einmal den unverletzlichen Draufgänger, meinen eigenen Bruder, Juri verletze? Dass er wegen mir weint wie ein kleines Kind? Ich könnte mich dafür ohrfeigen! Und doch bereue ich nichts…selbst meine Schwäche nicht. Nicht die Tränen, die ich weinte, nachdem er gestand, dass ‚es nicht gelogen war’. Nicht die Tränen, als ich sagte, es sei mir egal, was andere denken. Ich bereue weder die Küsse noch die Worte ‚Ich liebe dich’. Ich bereue meine Entscheidungen nicht…Das einzige, was ich bereue ist, dass ich meiner Familie vertraut habe. Doch sie werden mich verachten, wenn es rauskommt…sie werden mich von der Schule schmeißen, mich enterben, mir die Pest an den Hals wünschen. Es ist mir egal. Ich bereue nur, so abhängig von ihnen zu sein. Denkt doch alle, was ihr wollt, ihr versteht es eh nicht, denn wie soll man verstehen, was man nicht sehen oder greifen kann? Was einfach da ist?

Der perfekte Plan: Verlobung

Wie soll ich das nur Juri beibringen? Ich habe Angst. Große Angst, dass mein Vater noch irgendeinen Weg findet, mich an ihn zu binden. Ich kann mich nicht von der Familie abwenden. Nicht solange ich nicht volljährig bin. Es sind nur einige Monate, das geht vorbei. Danach werde ich ihnen alles sagen. Bis dahin aber heißt es Schattentänzer spielen, Gefühle verbergen, sich zu verstecken. Ich schäme mich nicht, doch es ist nötig, alles geheim zu halten. Noch…

Also muss ich der Verlobung entkommen und darf meinen Vater doch nicht verärgern. Wie stellt man das am Besten an? Richtig: mit einer Scheinverlobung. Und wer von meinen Bekannten kommt da in Frage? Nun, Mathias…aber das hat sich ja erledigt. Wer noch? Richtig, Quin Smith. Ich bin ihm so unendlich dankbar, dass er ja gesagt hat. Noch weiter: es ist ihm sogar egal, ob ich neben ihm einen Freund habe oder nicht. Wir werden solange, bis ich 18 bin oder Juliet Dad dazu gebracht hat den Verlobungsquatsch aufzugeben das verliebte Paar spielen, ab und an zu meinem Vater fahren und dort ewige Liebe heucheln. Dad wird anspringen. Oh wie er das wird…Quin ist Sohn zweier Anwälte und hat schon jetzt ein volles Konto: genau das will er doch, dieser Verräter.

Also werden wir uns als verlobtes Paar zeigen. Also werden wir das perfekte Theaterstück inszenieren. Jedes Wort, jede Geste, alles wird perfekt sein. Und dann, dann lös ich die Verbindung und stelle mich gegen meine ‚Familie’. Die, die mich wirklich lieben werden dies auch weiter tun. Vater nicht…

What’s wrong with me?!

Was ist es? Was ist es, das den Männern Angst macht? Was sie verwirrt und ändert? Andrew hatte Angst, sich voellig an mich zu verlieren…Mathias hatte Angst, dass ich ihn moegen koennte. Juri lag heulend in meinen Armen und aus dem unverletzlichen Draufgänger wurde wegen mir stundenlang ein kleiner, trauriger Junge…und nun eroeffnet mir Quin, mein Schein-Verlobter, er seie gar nicht schwul sondern viel eher bi. Und warum? Na? Keine Ahnung? Dank mir. Ja, super gemacht. Verdammt, wieso verwirr ich alle so?! Wieso ändert man sich, wieso stoeßt man mich weg oder findet mich poetzlich anziehend? Es ist alles so seltsam…Aber mal von vorne: Quin, der ja nun einen Schlüssel für mein Zimmer hat kam eines Abends mit Essen vom Chinesen zu mir. Nicht genug, dass ich grad aus der Dusche kam und daher nur ein Handtuch um hatte, nein. Beim Essen hat er mir dann erzählt, dass ich ihn zum Nachdenken angeregt habe und er Frauen nun doch ganz reizend fände. Würde er nicht so gut aussehen und würde ich ihm nicht so verdammt dankbar sein, ihn so mögen, ich hätte es für eine Masche gehalten. Eine typische: Ich helf dir und wenn du von mir abhängig bist schlepp ich dich ins Bett –Masche. Aber nein, so ist es nicht…glaube ich. Also bin ich auch nicht misstrauisch oder sonstiges. Wir ziehen das durch. Ich werde ihm die Unsicherheit nehmen, ihm die hand reichen. Gemeinsam schaffen wir es, dieses Trugbild einer Beziehung aufzubauen und hinterrücks meinen Vater auszutricksen.

Wäre da nicht Juri würde Quin mir wirklich fast schon gefährlich werden…er sieht immerhin gut aus, ist höflich und sympathisch, kein Schleimer und außerdem ehrlich (sonst hätte er mir das ja wohl kaum gesagt, oder?). Mal sehen, was so passiert…

Trouble

Ja, ist gut ich geb es zu, es ist meine Schuld! Ich hätte Juri schon vorher was von Quin erzählen müssen aber es gab keinen passenden Augenblick. Gibt es den überhaupt irgendwann? Ich meine einen wirklich guten Zeitpunkt um zu sagen ‚Ach übrigens, ich werde mich zum Schein verloben und mit nem andern rummachen. Was gibt’s heute zu essen?’ Das ist doch total bescheuert! Nun, aber ewig verschweigen konnte ich es ja auch nicht, das hätte Tote gegeben. Also hab ich Juri nach der Disko angerufen und es geradeheraus gesagt. Begeistert war er nicht…

Ach verdammt, dieser Sturkopf! Nachdem ich fast erfroren wäre (denn ich hab in Top und Boxershorts vor seiner Tür gestanden) hat Juri dann endlich aufgemacht…Ich weiß, dass er eifersüchtig ist aber deswegen gleich das ganze Zimmer auseinandernehmen?

Trotziges, kleines Kind! Ich kann nicht einfach mit ihm durchbrennen…das geht nicht! Doch eine Lösung brauchten wir trotzdem.

Nach einer unangenehmen Mischung von Zweifel und Sicherheit, Streit und Klarheit haben wir uns darauf geeinigt, dass ich das mit der Verlobung durchziehe. Er versprach mir, dass er sich zurückhält und ich ihn nicht wegen dieser Sache verliere. Ich, dass zwischen mir und Quin nichts läuft…

Happy Halloween and Crazy Feelings

Halloween war ein voller Erfolg! Es hat alles geklappt, alles nach Plan verlaufen. Keine Zwischenfälle, keine Probleme. Ich bin so erleichtert…Es hat sich endlich ausgezahlt, das wochenlange planen und aufbauen.

Nun, was die Sache mit Quin anging lief es etwas weniger geplant ab…

Eigentlich war ich mir sicher eine klare Trennlinie zwischen den Dingen, die okay sind und denen, die zu weit gehen ziehen zu können. Aber nein, dem war nicht so. Wir haben eine perfekte Show abgeliefert, selbst Juliet hat uns das mit dem verliebten Paar abgenommen. Doch wann ist die Show zu ende? Wenn die Vorhänge fallen? So sollte es sein, oder? Dem war nicht so…warum auch immer stand ich ploetzlich in seinem Zimmer und…verdammt, es war kein gespieltes Verlangen, es war echt. Ich wollte ihn küssen und wusste doch, dass ich nicht durfte. Nicht, wenn das Publikum längst gegangen ist. Und trotzdem haben wir dem Wunsch nach einem letzten Kuss nachgegeben. Einem, der nicht für alle gespielt war. Juri darf es auf keinen Fall erfahren! Es war ein Ausrutscher und mehr nicht. Ich mag Quin, ich genieße die zeit mit ihm und es fällt mir nicht schwer das verliebte Paar zu mimen aber lieben tu ich nur einen…ich darf mich nicht mehr verlocken lassen…ich will das alles nicht noch komplizierter machen.

He will kill us!

Ich hab Angst. Ja, ich hab wirklich Schiss! Verdammt ich könnte den ganzen Tag heulen aber ich hab keine Tränen mehr…eigentlich war doch alles so toll. Ein Tag nach der Halloweenparty, ein ruhiger Tag. Ich bin zusammen mit Zaida (die, die den Wettbewerb gewonnen hat) ausgeritten. Eigentlich haben wir uns total gut verstanden und es war ein nettes Gespräch, doch dann musste sie zurück. Nun, nicht weiter schlimm, denn Ana ist mir zufällig über den Weg geritten. Also hab ich mein Versprechen, mal mit ihr zu reiten wahr gemacht. Leider…

Am Kräutergarten angekommen wollten wir eigentlich wieder umkehren aber es war schon so dunkel…irgendwie hab ich mich verritten und…dann kam er auf uns zu. Dieser axtschwingende Hüne! Verdammt, der wollte uns den Kopf abschlagen! Er wollte uns toeten…vielleicht wollte er uns essen! Ana und ich sind so schnell wie moeglich in den Wald geritten und stießen irgendwann auf die Straße. Er ist uns fast den gesamten Weg gefolgt und dann…in St. Charlston…sind wir schon wieder auf ihn getroffen!

Ich weiß nicht, was er vorhatte…doch, ich weiß es: er wollte uns killen! Jedenfalls haben wir die Nacht bei Juliet verbracht. Die wollte uns natürlich nicht glauben aber es war keine Einbildung! Wirklich! Und ich kann es beweisen…

Am nächsten Tag hat Ana mich dazu überedet wieder zurück in den Wald zu reiten. Ängstebekämpfung oder so was. Man, was für eine bescheuerte Idee darauf einzugehen!

Als wir gerade ein Stück geritten waren hörten wir einen Schrei, Polizei, Sirenen. Gott, es wurde jemand umgebracht! Im Stall! Wir haben natürlich sofort alles erzählt, was wir wussten. Ich hab solche verdammte Angst, weiß nicht, wer das Opfer ist…ich will nicht sterben…

Falsche Verdächtigungen

Ja, es tut mir leid. Nein, ich würde dennoch nicht anders handeln, wenn selbiges noch mal passieren würde. Also folgendes: der Direktor ließ uns in die Aula kommen um eine Erklärung abzugeben. Tja, nichts mit Leiche…nicht so, wie ich es dachte. Es hat ein Pony erwischt. Scheint, als sei es abgeschlachtet worden, jedenfalls fehlen Teile…boah ich hatte solche verdammte Angst, hab seit Tagen nicht in meinem Zimmer geschlafen. Erst zu Juliet, dann zu Ana, letztlich hab ich bei Quin geschlafen. Hauptsache nicht allein, nicht in Gefahr.

Nachdem der Direktor ging hab ich mich natürlich sofort an einen Polizisten gewandt, um erneut alles, was wir sahen zu berichten. Dann sah ich ihn…der Hüne, langes Haar…das Waldmonster hatte einen Namen: Ragnar! Er wurde natürlich sofort festgenommen, doch stellte sich raus, dass er es nicht war. Hallo?! Er hat ‚nur mit seiner Axt trainiert’. Und das soll eine Normalsterbliche wissen?! Was hätte denn er selbst getan, wenn da jemand mit Axt auf ihn zu gerannt wär?!

Ich hab mich jedenfalls in Briefform bei ihm entschuldigt und…ja, ich denke es war eine voreilige Reaktion. Trotzdem!

Selbstmord loest unsere Probleme nicht…aber er beendet sie

Ich hab keine Ahnung was los war. Ein schrecklicher Tag…die Sache mit dem Pferdemord und dann wurde 15 km vom Internat ein weiteres Pferd geschlachtet, das von Gregory Terance. Abgesehn davon fehlt jede Spur von einem Mädchen, Chandana Bishop. Sie wurde wohl entführt…Vielleicht war es Angst, vielleicht Wahnsinn, doch es war eine Verlockung einfach die Augen zu schließen und mich dem Wasser anzuvertrauen. Es tat gut, die Schwerelosigkeit zu fühlen und alles zu vergessen, bis da irgendwo ein Licht ins Dunkel kam. Ja, es war ein gefährliches Spiel auf der Schwebe zwischen Leben und Tod und fast hätte ich mich für den Ewigen Schlaf entschieden, wäre nie wieder aus den Fluten (na gut es war nur die Badewanne) getaucht, hätte einfach aufgegeben. Und doch hab ich mich für das Leben entschieden. Ich hab Angst…Angst, vor meinem eigenen handeln. Angst, dass die Furcht mich zu so was verleiten konnte.

Gespräch mit Greg

Ich frage mich zwar immer noch, warum ich aber soll es ein Geheimnis für die Ewigkeit bleiben. Als ich einen Tag nach meiner Aktion in der Badewanne erkältet von Ana zurück in mein Zimmer wollte piepste plötzlich mein Handy und siehe da, zeigte eine fremde Nummer an. Gregory Terance, der Schulsprecher. Auf die Frage, wieso er mich und nicht irgendwen, den er besser kennt zu sich bestellt hat erhielt ich bis jetzt keine Antwort, aber ist ja auch egal. Wir redeten ein bisschen und irgendwie mochte er nicht recht mit der Sprache herausrücken, was los war, bis er mich dann fragte, ob ich eine Waffe hätte. Eine Waffe…eine Waffe zum töten…eine Waffe, um den Mörder seines geliebten Pferdes zu töten. Letztlich hab ich ihm Hilfe angeboten und ihn zugleich versucht davon abzubringen. Er mag eine eiskalte Maske tragen, doch ich hab trotzdem tiefe Trauer gesehn. Vielleicht ist er ein Arschloch, aber er ist Juris Kumpel und um ehrlich zu sein finde ich ihn gar nicht so eiskalt und unnahbar. Man kann nicht immer stark sein…

Nun, wir werden sehen, was passiert. Ob er meinen Rat befolgt oder nicht. Ich halte mein Versprechen und werde helfen, wenn er um Hilfe bittet. Ansonsten werde ich schweigen, wenn ich über sein Vorhaben gefragt werde.

Umzug und Ende des Schreckens

Was soll ich groß sagen? Ich bin mal kurzerhand bei meinem lieben Bruderherz eingezogen, weil ich zum einen noch immer Angst vorm Mörder hatte und zum andern (auch wenn ichs vor ihm natürlich nicht zugeb

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