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Hello Baby!


Oh mein Gott, ich kann es nicht fassen! Man wartet und wartet, getrieben von Zweifeln, Angst, Unsicherheit und Sorgen. Wartet neun Monate...und dann ist es so weit.

Okay, bei mir war es sogar etwas früher so weit!


Juri ist früher geflogen, weil er das letzte mal aus dem Schwangerschaftskurs geflogen ist...Naja, Pech wohl, vielleicht wäre es etwas anders gelaufen, wenn er geblieben wäre. So aber zwang Jeremy mich zum Kurs- mit ihm als Begleitung.

Meine Freude war unmessbar...haha, Achtung Ironie!


Nun, ich glaube wir waren keine fünf Minuten unterwegs, da machte sich so ein seltsames Gefühl in mir breit. Aber ehrlich gesagt war ich zu geschockt, um wirklich vieles zu registrieren: 8. Monat. Zu früh fürs Kind! Aber es war unbestreitbar: der kleine Wurm wollte auf die Welt.

Jeremys Ledersitze tun mir Leid...er bekommt zu Weihnachten neue Bezüge.


Naja, im Krankenhaus kam dann die nicht gerade beruhigende Nachricht, dass ich in wenigen Stunden Mama wäre. Mutter. Ich. Jetzt. Natürlich, irgendwann wärs soweit gewesen aber fast 1 ½ Monate zu früh? Völlig unerwartet? Ganz plötzlich?

Es dauerte eine Ewigkeit, es dauerte für mich Jahrzehnte...irgendwann traf auch Juri ein und dann, ja dann ging's los.


Fünf Stunden, 6? Ich weiß es nicht mehr, Minuten wurden zu Stunden und Stunden zu Sekunden. Ich verlor Zeitgefühl und konnte mich nur auf diese enorme Anstrengung konzentrieren aber dann...

dann war es da. War er da. So klein, so schutzlos und wunderschön. In diesem Moment hatte sich alles gelohnt, wurde alles belohnt. Das Warten, die Zweifel, die Anstrengung.


Juri und ich hatten kaum Zeit uns weiter mit stillem Blick auf den Kleinen Wurm, der hilfsbedürftig in meinen Arm lag zu beschäftigen, da kam schon die Frage, die wir Monat um Monat fort geschoben hatten: Wie soll er denn heißen?

Juri hat sich scheinbar mehr Gedanken gemacht, als er zugab und auch wenn es jedem seiner Wesenszüge widersprach...James soll er heißen. James, wie unser Vater. James, wie der, der sich im Grabe umdrehen und Juri erwürgen würde...ach was, mich würde er wohl ebenfalls einen Kopf kürzer machen.


Nachdem Jamie in Juris Obhut gegeben worden war und ich mich einen Moment vom Stress erholen konnte warteten auch schon die ersten Gratulanten. So richtig hab ich das gar nicht mitbekommen, scheinbar waren es Verwandte, die ich größtenteils kaum kenne.

Jeremy hat nebenbei noch die Vaterschaft Juris umändern lassen. Natürlich, wie konnte ich glauben, wir könnten eine einfache Familie werden, wo die Rollen klar verteilt waren? Ich habe keine Ahnung, wie wir das schaffen sollen, aber irgendwie muss es gehen.


Die Anstrengung war leider noch nicht vollends vorüber, auch wenn der Tag in meinen Augen schon weitaus länger als 24 Stunden war, denn als Juri endlich das Zimmer betrat- war Jamie weg.

Die Worte, er sei nur vorsorglich an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden beruhigten nicht wirklich aber mehr tun als warten und hoffen konnte ich eh nicht tun- und so vergingen die nächsten Tage, in denen ich den kleinen Engel lediglich durch Glasscheiben betrachten konnte. Die weiche Haut nicht berühren durfte. Ihn nicht im Arm halten konnte.


Muttergefühle sind echt ätzend, denn sie kommen ohne Vorwarnung und wenn sie da sind...dann lösen sie die hormongesteuerten Heulanfälle der Schwangerschaft ohne Gnade ab. Ich werd noch zum Weichei!

Aber solange ich damit Jamie schützen kann wird es schon sein Gutes haben...warten wir ab.

11.1.09 15:42
 


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